Magdeburg (vs/gs) l Mit rund zehn Prozent Wachstum hat die Öhmi AG Magdeburg trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen ein erfolgreiches Jahr zurückgelegt. "Wir finanzieren unser Wachstum ausschließlich aus eigenen Mitteln und vermeiden unkalkulierbare Risiken", verweist Vorstandsvorsitzender Carsten Transfeld auf die Unternehmensphilosophie der mittelständischen Gruppe mit rund 120 Mitarbeitern. Im Jahr 2014 wurden fast eine Million Euro in den Ausbau des Unternehmens investiert.

Die Magdeburger Unternehmensgruppe gewinnt zunehmend Partner und Auftraggeber außerhalb Sachsen-Anhalts. "Unsere überregionale Wahrnehmung ist weiter gewachsen", sagt Transfeld.

Und die Kunden werden immer größer. So erhielt die akkreditierte Zertifizierungsstelle Öhmi-EuroCert im abgelaufenen Geschäftsjahr den Zuschlag für die Zertifizierung der Deutsche Bahn-Tochter DB Job Service GmbH und - als bundesweites Pilotprojekt - der Landesluftfahrtbehörde Sachsen-Anhalt. Zertifiziert wurde dabei die Einhaltung international gültiger Standards durch ein entsprechendes Qualitätsmanagementsystem.

Ins neue Jahr startet Öhmi-EuroCert mit einer guten Auftragslage. Wachstumserwartungen richten sich vor allem auf die Märkte Energiemanagement, Pflegeleistungen und Bildungsträger. Das internationale Geschäft von Öhmi-EuroCert wird unterstützt von der Auslandstochter Öhmi-Bulgaria, Ziel ist der Ausbau der Märkte in Ost- und Südosteuropa und in der Türkei.

Ein starkes Unternehmen der Gruppe ist die Öhmi-Analytik. Sie erwarb im Zuge der erfolgreichen Re-Akkreditierung ihrer Prüflabore die Zulassung für die Bereiche Entsorgungswirtschaft und Deponiebetreiber. Damit besitzt sie als eines der ersten Umweltlabore in Sachsen-Anhalt die Kontrollerlaubnis für Abfallproben sowie Boden- und Grundwasserproben auf ihren Schadstoffgehalt nach der neu gefassten Deponieverordnung.

Das Umsatzplus der Unternehmensgruppe hätte ohne die Folgen der Ukraine-Krise noch kräftiger verlaufen können. Doch das russische Lebensmittel-Embargo bekommt auch die Öhmi-Analytik zu spüren. Carsten Transfeld: "Wenn deutsche Hersteller weniger Fleisch, Obst und Milchprodukte nach Russland exportieren können, kommen auch weniger Lebensmittelproben zu uns ins Labor."

Trotz ungewisser Aussichten für dieses Auslandsgeschäft, sieht der Unternehmer auch im neuen Jahr Wachstumspotenziale für die Öhmi-Analytik, einen der größten unabhängigen Laborbetriebe in Deutschland. Zum einen hat die neue europäische Lebensmittelinformationsverordnung, die im Dezember in Kraft getreten ist, die Kennzeichnungspflichten verschärft. Das betrifft vor allem Angaben zu Allergenen in Lebensmitteln. "Das bedeutet einen riesigen Beratungsbedarf bei Herstellern, Händlern und Gastronomen, für den wir mit unserer langjährigen Kompetenz und Erfahrung in der Lebensmittelbranche bereit stehen", so Dr. Transfeld.

Zum anderen hat die Öhmi-Analytik für 2015 bereits 15000 Legionellen-Tests in Trinkwasseranlagen von Wohnungsunternehmen und öffentlichen Einrichtungen unter Vertrag, nach der Erstuntersuchung 2012 müssen diese gesetzlichen Trinkwassertests im dreijährigen Abstand wiederholt werden.

Zur Öhmi-Gruppe gehört unter anderem auch der Immobiliendienstleister ÖhmiService, der im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut eine steile Geschäftsentwicklung verzeichnen konnte.

Der Vorstandschef setzt auf Synergien zwischen den Geschäftsfeldern der Öhmi-Töchter. "Wir bieten aus einer Hand Dienstleistungen für Qualität und Sicherheit, Umwelt und Gesundheit." Das 1992 von seinem Vater Dr. Peter Transfeld gegründete Unternehmen hält unablässig Ausschau nach neuen Geschäftsfeldern und Trends an den Märkten und konnte sich dank dieser Flexibilität gut entwickeln. Auch in Zukunft soll es bei der Unternehmensphilosophie "vorsichtiges Wachstum aus eigener Kraft" bleiben.