1. Startseite
  2. >
  3. Sachsen-Anhalt
  4. >
  5. Regionale Wirtschaft
  6. >
  7. Politik setzt auf Anlegerschutz

Finanzprodukte Politik setzt auf Anlegerschutz

02.01.2015, 01:29

Frankfurt/Main (dpa) l Bessere Informationen über Finanzprodukte und mehr Kontrolle: Die Politik hat sich den Anlegerschutz auf die Fahnen geschrieben. Das Kernproblem ist aus Sicht von Verbraucherschützern aber nicht gelöst. Berater informieren Anleger nicht nur, sie verkaufen ihnen auch Finanzprodukte und bekommen dafür Provision. Das könne zu Interessenkonflikten führen.

Beratungsprotokolle: Seit 2010 müssen Banken und Versicherungen die Anlageberatung umfassend dokumentieren. Anleger sollen so besser vor Falschberatung geschützt werden und im Zweifelsfall etwas als Beweis in der Hand haben.

Produktinformationsblätter: Die Beipackzettel für Finanzprodukte sind seit 2011 Pflicht und sollen es Kunden erleichtern, die für sie geeignete Geldanlage zu finden. Jedes Blatt enthält eine Produktbeschreibung, den Ausgabepreis sowie Hinweise auf Risiken.

Berater- und Melderegister: Seit dem 1. November 2012 sammelt die Finanzaufsicht Bafin die Daten von Anlageberatern in Deutschland und registriert Beschwerden von Kunden. Die Institute müssen jede Beschwerde bei der Bafin melden - unabhängig davon, ob sie begründet oder unbegründet ist. Die Aufsicht kann im Extremfall Sanktionen von Bußgeldern bis hin zum Berufsverbot verhängen.

Honoraranlageberatungsgesetz: Für Anlage-Beratungen, bei denen der Kunde ein Honorar zahlt, gilt seit 1. August eine gesetzliche Regelung. Honorarberater dürfen nicht mehr für eine Provision arbeiten, die Anbieter von Finanzprodukten für Vermittlungen zahlen.

Finanzmarktwächter: Ab Februar 2015 soll ein Frühwarnsystem für Finanzprodukte aufgebaut werden. Der sogenannte Finanzmarktwächter soll in den nächsten Jahren vor allem Angebote zur Altersvorsorge, Kredite, Versicherungen sowie Produkte des grauen Kapitalmarkts unter die Lupe nehmen.

Kleinanlegerschutzgesetz: Kleinanleger sollen besser vor hochriskanten und unseriösen Finanzprodukten geschützt werden. Der sogenannte Graue Kapitalmarkt, der bisher weitgehend unbeaufsichtigt ist, soll stärker an die Kandare genommen werden. Anbieter und Vermittler müssen mehr, bessere und aktuellere Informationen zu Anlagen in ihren Verkaufsprospekten veröffentlichen. Die neuen Regeln könnten im nächsten Frühjahr in Kraft treten.