Preisaufschläge bei Flugportalen: Keine nachträgliche Erstattung

Fluggesellschaften weisen auf ihren Portalen die Ticketpreise inzwischen korrekt aus. Vor allem Vermittler von Flugreisen im Internet zeigen auf ihren Reiseportalen bei Buchung eines Fluges den Endpreis nicht korrekt an.

Verteuert sich ein Flug während der Buchung durch weitere Aufschläge, können Verbraucher die Differenz zum ursprünglich angezeigten Preis nach dem Kauf aber nicht zurückverlangen. Darauf weist der Reiserechtler Holger Hopperdietzel hin, der Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht ist.

"Der Vertrag kommt unter den Bedingungen zustande, die das Portal aufstellt", erklärt der Jurist. Der Preisaufschlag durch Zusatzgebühren sei zwar aus wettbewerbsrechtlicher Sicht nicht rechtens - dem Endkunden hilft das aber im Einzelfall nicht. Hopperdietzel rät, Portale zu meiden, die während der Buchung Zusatzkosten auf den Ausgangspreis aufschlagen. Darüber hinaus ließen sich per Screenshots Beweise für diese Praxis sammeln, die an die Verbraucherzentralen weitergegeben werden können. Diese können das Portal dann abmahnen.

Die Zeitschrift "Clever reisen" (1/2015) fand jüngst in einem Test heraus, dass mehrere Portale während der Buchung Gebühren auf den Ausgangspreis aufschlagen, die am Anfang nicht ersichtlich sind. Durch diese Methode wird für Verbraucher der Preisvergleich erschwert. (dpa)

Luxemburg (dpa) l Kunden müssen bei Online-Buchungen eines Fluges sofort den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren erkennen können. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in einem Urteil klargestellt (Rechtssache C-573/13). Die Luxemburger Richter erklärten die Praxis von Air Berlin aus dem Jahr 2008 für nicht rechtens. Airlines müssten bei jedem Flug von einem Flughafen in der EU schon von Anfang an den Endpreis anzeigen. Das gelte nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flug, sondern auch für alternative Verbindungen.

Die Vorwürfe sind nach Einschätzung von Air Berlin inzwischen überholt, weil das Unternehmen die Preisanzeige auf seiner Internetseite geändert habe. Verbraucherschützer sehen das Urteil als Signal zur Stärkung der Rechte der Kunden.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte in Deutschland gegen Air Berlin geklagt, weil der Endpreis nicht in jedem Fall ersichtlich gewesen sei. So habe Air Berlin in einer Tabelle Preise ohne Steuern, Flughafengebühren oder Kerosinzuschläge angezeigt. Damit habe die Airline sich nicht an die EU-Regeln zur Transparenz von Preisen gehalten. Der Streit ging bis vor den Bundesgerichtshof, der den Europäischen Gerichtshof um Hilfe bei der Auslegung von EU-Recht bat.

Laut einer EU-Verordnung muss dem Kunden sofort der Endpreis für Flüge inklusive Steuern, Gebühren und Entgelte gezeigt werden, damit er Angebote besser vergleichen kann.

Die EU-Gesetzgebung schreibt auch vor, dass der Kunde Extras wie Hotels, Mietwagen oder Versicherungen bei der Online-Flugbuchung ausdrücklich wählen muss. Auch in diesem Fall hatte der Luxemburger Gerichtshof schon die Rechte von Verbrauchern gestärkt, weil Billigfluggesellschaften in der Vergangenheit solche Zusatzleistungen einfach automatisch beim Online-Ticketkauf dazugebucht hatten.