Berlin (dpa/AFP) l Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben am Montag in Berlin ihre Tarifverhandlungen fortgesetzt. Er sehe den Gesprächen "zuversichtlich entgegen", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, unmittelbar vor Verhandlungsbeginn. In dieser Runde werde es um kürzere Arbeitszeiten gehen und um eine Begrenzung von Überstunden.

In der vergangenen Woche waren bereits die Verhandlungen mit der EVG wieder aufgenommen worden. Der Konzern hatte sich mit den getrennt laufenden Gesprächen einverstanden erklärt, nachdem die drei Seiten keinen Weg für gemeinsame Verhandlungen finden konnten.

Hintergrund der nun vereinbarten Vorgehensweise war ein Machtkampf der beiden Gewerkschaften, die teilweise dieselben Berufsgruppen vertreten und für alle ihre Mitglieder einen Abschluss erzielen wollen. Zuvor war die GDL nur für die Lokführer zuständig; in ihr sind aber beispielsweise auch Zugbegleiter und Disponenten organisiert. Für diese galt bisher der Tarifvertrag der EVG, die nun auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern verhandelt. Am Ende der Tarifrunde steht für die Gewerkschaften nun jeweils ein eigener Tarifvertrag. Die beiden Vereinbarungen sollen nach dem Willen der Bahn aber identische Regelungen enthalten.

Ein Tarifabschluss mit der GDL sei auch für den nächsten Verhandlungstermin am 28. Januar noch nicht zu erwarten.Die Gewerkschaft hat in dem Tarifkonflikt bereits sechsmal zum Streik aufgerufen. Im Dezember wurde ein Abschluss für das Jahr 2014 erzielt: Alle GDL-Mitglieder erhielten eine Einmalzahlung von 510 Euro.