Worauf Kunden achten sollten

Zeitplan aufstellen
Vor dem Gespräch bei der Bausparkasse sollten Kunden sich über ihre eigenen Wünsche und Ziele klarwerden. Wichtige Fragen hierbei: Wann soll gebaut oder gekauft werden? Wie viel kann monatlich gespart werden? Und steht weiteres Vermögen zur Verfügung?

Passende Bausparsumme wählen
Die Bausparsumme sollte nicht zu hoch sein. Denn dann benötigen Kunden unter Umständen zu lange, um das Bauspardarlehen pünktlich abzurufen. Wichtig: Bauspardarlehen müssen meist innerhalb von acht bis elf Jahren zurückgezahlt werden. Die monatliche Belastung durch die Kreditrate sollte nicht zu hoch sein.

Prüfen und vergleichen
Nach dem Gespräch sollten Kunden sich einen Spar- und Tilgungsplan vorlegen lassen. Aus diesem müsse hervorgehen, wie hoch die Bausparsumme ist, wie viel der Kunde einzahlen muss, wann der Vertrag voraussichtlich zugeteilt wird und welche Monatsrate zur vollständigen Entschuldung gezahlt werden muss. Kunden sollten sich auch Alternativangebote weiterer Bausparkassen einholen. Wer sich unsicher ist, kann die Angebote von Experten prüfen lassen. (dpa)

Berlin (dpa) l Beratungsfehler kosten viele Bausparer laut Stiftung Warentest unnötiges Geld. Nur drei der zwanzig Bausparkassen in Deutschland erhielten die Note "gut", vier fielen mit "mangelhaft" durch. "Die Bausparkassen beraten heute besser als früher", gestand "Finanztest"-Chefredakteur Heinz Landwehr bei der Vorlage des Tests am Dienstag in Berlin zu. Es gebe aber noch viel Verbesserungsbedarf. Testsieger waren die LBS Baden-Württemberg, Wüstenrot und LBS Ost.

Bausparverträge sind wegen der niedrigen Zinsen in den vergangenen Jahren beliebt, denn damit sichern sich Kunden ein zinsgünstiges Darlehen in 10 oder 15 Jahren.

Jeweils sechs bis sieben Tester hatten bei den 20 Anbietern Angebote eingeholt. Die Testkunden (ledig, 2200 Euro Monatsnetto, 15.000 Euro gespart) gaben an, sie wollten in zehn Jahren eine Immobilie finanzieren und dafür monatlich 400 Euro sparen. Ergebnis: Je nach Anbieter hätten die Bausparer unterm Strich 13.000 Euro zu viel gezahlt. Die größten Fehler der Berater:

Zu hohe Bausparsumme
Der Kunde muss dafür lange einzahlen und erhält das Darlehen Jahre zu spät - in einem Fall wären es 15 Jahre gewesen.

Zu hohes Guthaben
Es senkt die Höhe des zinsgünstigen Darlehens. Dieses berechnet sich so: vereinbarte Bausparsumme minus Guthaben.

Zu hohe Raten
Manche Berater setzten Darlehensraten an, deren Höhe die Kunden überfordert hätte - zum Beispiel 70 Prozent des Nettoeinkommens.

Zu wenig Transparenz
Schmierzettel, keine Spar- und Tilgungspläne, Schweigen über Gebühren - einige Anbieter machten es den Kunden unmöglich, mit der Konkurrenz zu vergleichen.

"Finanztest"-Chef Landwehr sagte: "Bausparen an sich ist eine prima Idee." Der Vertrag müsse aber genau auf den Kunden abgestimmt sein, sonst fliege ihm seine Immobilienfinanzierung um die Ohren. Die Stiftung vermutet, dass ein Teil der Berater den Kunden bewusst überdimensionierte Verträge andrehe. Diese lohnten sich wegen der anteiligen Abschlussgebühr mehr, sagte Landwehr. "Berater sind eben auch Verkäufer."