Karlsruhe (dpa) l Sind Mieter beim Verkauf ihrer Wohnung übergangen worden, können sie Schadenersatz verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch entschieden. Die Karlsruher Richter gaben damit im Grundsatz einer Hamburger Mieterin recht. Sie möchte Schadenersatz in Höhe von 79.428 Euro. Die Klägerin macht geltend, beim Verkauf ihrer Wohnung 2011 nicht die Gelegenheit bekommen zu haben, diese selbst zu erwerben (Az.: VIII ZR 51/14).

"Der Bundesgerichtshof stärkt mit der Entscheidung die Rechte von Mietern, deren Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt und dann an einen Dritten verkauft wurde", so Lukas Siebenkotten vom Deutschen Mieterbund zu dem Urteil. Mieter haben beim Verkauf ihrer Wohnung ein gesetzliches Vorkaufsrecht. Unklar war aber ihr Anspruch auf Schadenersatz, wenn der Vermieter dieses beim Verkauf nicht berücksichtigt.

Den Fall wiesen die BGH-Richter an die Vorinstanz zurück. Es ist im Revisionsrecht möglich, dass eine Prozesspartei zwar grundsätzlich recht bekommt, der eigentliche Fall dann aber aufgrund der konkreten Umstände anders entschieden werden muss.

Die Mieterin verlangt den Schadenersatz von der früheren Eigentümerin des Mehrfamilienhauses. Als Grund führt sie an, dass sie beim Verkauf des Hauses 2011 ein Vorkaufsrecht für ihre Wohnung gehabt habe. Dieses sei jedoch nicht berücksichtigt worden. 2012 habe der neue Vermieter ihr dann zwar ein Kaufangebot gemacht, das sie auch angenommen habe. Die Wohnung sei aber knapp 80.000 Euro teurer gewesen als beim Verkauf durch die damalige Vermieterin 2011.