Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verfolgt in der Tarifauseinandersetzung mit der Bahn mehrere Ziele. Es sind zum einen klassische Gewerkschaftsforderungen: Fünf Prozent mehr Geld, eine Stunde weniger Arbeit pro Woche und eine Begrenzung der Überstunden auf 50 pro Jahr.

Die anderen Ziele sind diejenigen, um die beide Seiten so heftig ringen und die bislang zu sechs Streiks geführt haben. Mit ihnen will die vergleichsweise kleine Spartengewerkschaft GDL (34000 Mitglieder) ihren Einflussbereich vergrößern und die eigene Existenz sichern.

Konkret geht es darum, eigenständige Tarifverträge auszuhandeln, nicht nur für Lokführer, sondern auch für andere Gruppen des Zugpersonals, vor allem für Zugbegleiter und Lokrangierführer.

Die GDL behauptet, der Konzern wolle ihr das nicht zugestehen. Sie solle sich letztlich den Tarifregeln unterordnen, die die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für diese Berufe aushandelt. Die Bahn bestreitet das zwar, stellt aber immer wieder klar, dass sie - egal wie die Tarifstruktur künftig aussieht - keine zwei unterschiedlichen Tarifverträge für ein und dieselbe Berufsgruppe hinnehmen will. (dpa)