Halle l In Sachsen-Anhalt arbeiten so viele Ausländer wie noch nie. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Halle waren im vergangenen Jahr 13783 Ausländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 19,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings liegt der Anteil der Ausländer an allen Beschäftigten weiterhin nur bei 1,8 Prozent. Bundesweit beträgt der Anteil 8,5 Prozent.

"Sachsen-Anhalt hat an Attraktivität gewonnen, vor allem Osteuropäer fühlen sich hier immer wohler", erklärte BA-Regionalchef Kay Senius. Die größte Gruppe ausländischer Arbeitnehmer würden Menschen aus Polen bilden. Senius betonte, dass Zuwanderung angesichts des Bevölkerungsrückgangs für das Land "alternativlos" sei. Jeder fünfte Beschäftigte ist der BA zufolge über 55 Jahre alt, die Zahl der unter 25-Jährigen ist in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gesunken, in vielen Branchen nehme der Fachkräftemangel dramatisch zu.

Senius unterstützt deshalb auch Forderungen der Wirtschaft, jungen Asylbewerbern eine Ausbildung zu ermöglichen. "Viele Unternehmen bekommen ihre Lehrstellen nicht besetzt, warum soll dann ein 16-jähriger Flüchtling nicht auch eine Ausbildung machen?" Ein Asylverfahren dürfe nicht Lebensstillstand heißen.