Moskau (AFP/dpa) l Die russische Regierung stützt die angeschlagene Automobilindustrie des Landes mit rund 25 Milliarden Rubel (390 Millionen Euro). Damit sollten Autokredite günstiger und die Anschaffung neuer Autos durch Behörden gefördert werden, erklärte Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Montag nach Angaben von russischen Nachrichtenagenturen. "Wenn es keine unterstützenden Maßnahmen gibt, wird der Markt um 50 Prozent einbrechen", erklärte Industrieminister Denis Manturow.

Die Verkaufszahlen waren im Februar nach Angaben der Branche um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Das Land leidet unter den fallenden Ölpreisen und den vom Westen wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen.

Volkswagen kündigte etwa zeitgleich an, in seinem Werk Kaluga südlich von Moskau rund 150 Zeitarbeitsverträge nicht zu verlängern und die Zahl der Schichten zu verringern. An mehreren Tagen im April und Mai werde das Werk geschlossen bleiben.

"In den ersten Monaten dieses Jahres hat der russische Automarkt erneut die Auswirkungen der schwachen Wirtschaft, deutlicher Preissteigerungen und hoher Zinsen gespürt", teilte das Unternehmen mit. Der Konzern gehe nicht davon aus, dass sich an diesen Faktoren in den nächsten Monaten etwas ändern werde.

In der vergangenen Woche hatte Opel angekündigt, sich vollständig aus Russland zurückzuziehen und zur Jahresmitte die Produktion im Opel-Werk in St. Petersburg einzustellen. General Motors zieht seine Tochter Opel zum Jahresende ab. Im Nissan-Werk in St. Petersburg stehen bis Monatsende die Bänder still.