Am deutschen Aktienmarkt herrschte zum Wochenschluss Rekordlaune: Positive Vorgaben der Börsen in Übersee und die anhaltende Geldflut der Notenbanken haben den Dax auf ein neues Allzeithoch getrieben. Schwung erhielten die Kurse von der Wall Street. Auch aus Asien kamen erfreuliche Impulse: Das Börsenbarometer Nikkei in Tokio übersprang erstmals seit 15 Jahren wieder kurzzeitig die Marke von 20000 Punkten.

Im Moment gibt es kaum Anzeichen dafür, dass die Börsenrallye ein Ende finden könnte. Zum Jahresbeginn hat sich die Konjunkturstimmung in Europa deutlich verbessert. Anders als im Vorjahr schlagen sich die positiven Signale nun in verbesserten Wirtschaftsdaten nieder. So hat beispielsweise der Konsum in der Eurozone deutlich angezogen: Nicht nur die sonst eher zum Sparen neigenden Deutschen geben ihr Geld im Moment erstaunlich freizügig aus, auch die restlichen Europäer lassen sich die Lust am Konsum trotz einer Arbeitslosenquote in der Eurozone von mehr als elf Prozent nicht verderben. Das ist nicht sonderlich verwunderlich, denn das niedrige Zinsniveau regt derzeit kaum zum Sparen an. Zur hohen Konsumfreude trägt seit der zweiten Jahreshälfte 2014 nicht zuletzt der niedrige Ölpreis bei. Immerhin sparen viele Bürger an der Zapfsäule und beim Energieverbrauch bares Geld im Vergleich zu den Vorjahren.

Impulse für Leitbarometer in zweiter Jahreshälfte

Auch der niedrige Eurokurs hilft Unternehmen, mehr ihrer Produkte im Ausland abzusetzen. Diese Annahme unterstützen die Zahlen zum deutschen Export. Mit etwas Verzögerung dürften sich die günstigen Ölpreise und der Eurokurs in den Bilanzen der Unternehmen niederschlagen, daher könnte der Dax in der zweiten Jahreshälfte 2015 noch einmal starke Impulse erhalten.

In den USA wächst die Wirtschaft dagegen etwas schwächer als erwartet. Die etwas schwächeren Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass es zur Freude von Anlegern erst im dritten oder vierten Quartal zu einer Zinswende kommen könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass der erste Zinsschritt bereits im Juni erfolgen könnte, hat jedenfalls abgenommen.