Wolfsburg l Im Machtkampf an der Volkswagen-Spitze mühen sich die Aufsichtsräte hinter den Kulissen um eine Lösung. Nach dem Bruch des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch mit Konzernchef Martin Winterkorn könnte es noch vor der Hauptversammlung am 5. Mai in Hannover zu einer außerplanmäßigen Aufsichtsratssitzung kommen. Bei der jetzigen Lage sei ein Aktionärstreffen sonst "undenkbar", heißt es. Zudem soll es in den kommenden Tagen ein Gespräch zwischen Piëch und Winterkorn geben.

Der Vorstandschef will sich von seinem einstigen Ziehvater nicht "vom Hof jagen lassen". Angesprochen auf seine Zukunft, sagte Winterkorn auf der Hannover-Messe, "es gibt eine". Unterstützt wird der 67-Jährige von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat und vom Land Niedersachsen, das Anteilseigner beim Autobauer ist. Unklar ist, wie die Vertreter der Porsche-Familie und des Emirats Katar zu Winterkorn stehen.

Unterdessen mehren sich auch Spekulationen über mögliche Nachfolger. Im Gespräch ist unter anderem Porsche-Chef Matthias Müller. Der 61-Jährige sagte vor Kurzem, er schließe nichts aus und sei für nichts zu alt. Aber auch Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg werden Chancen eingeräumt, ihm wird ein enges Verhältnis zu Piëch und Winterkorn nachgesagt.