Nürnberg l Unternehmensgründungen sind nach wie vor eher eine Männer-Angelegenheit. 2014 lag die Quote der 18- bis 64-jährigen Männer, die eine Firma gegründet haben oder dies planen, bei 6,5 Prozent. Die Gründungsquote der Frauen betrug lediglich vier Prozent. Das geht aus einer Erhebung hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag in Nürnberg veröffentlicht hat.

Auch die Motive für selbstständiges Arbeiten unterscheiden sich bei den Geschlechtern: 60 Prozent der Männer geben an, dass es ihnen bei einer Gründung um Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und ein hohes Einkommen geht. Bei Frauen liegt die Quote nur bei 50 Prozent. Sie geben viel häufiger als Grund an, dass sie sonst keine geeignete Stelle finden. Insbesondere für ostdeutsche Frauen ist das ein zentraler Aspekt. 43 Prozent klagen über einen Mangel an Alternativen, im Westen dagegen nur 23 Prozent.

Bei der Entscheidung für eine selbstständige Tätigkeit sind auch Rollenvorbilder von zentraler Bedeutung. Die Gründungsquote von Personen mit Eltern, die selbstständig sind oder waren, lag zwischen 2009 und 2014 bei 7,1 Prozent. Bei Personen mit abhängig beschäftigten Eltern lag sie dagegen nur bei 3,5 Prozent.