Frankfurt/Main (AFP) l In dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Cockpit bahnt sich ein Schlichtungsverfahren an. Die Fluggesellschaft bot der Gewerkschaft am Mittwoch eine Gesamtschlichtung aller offenen Tarifverträge an. Cockpit begrüßte diesen Schritt.

Die Lufthansa-Spitze ging mit diesem Vorstoß auf die Gewerkschaft zu, die bereits zuvor eine Gesamtschlichtung aller strittigen Punkte gefordert hatte. Zwar hätte das Unternehmen gerne zunächst über die offenen Themen verhandelt, bevor die komplexen Fragen einem Schlichter vorgelegt würden, erklärte Lufthansa-Vorstandsmitglied Bettina Volkens. "Um die lange Tarifauseinandersetzung nun beizulegen, haben wir uns dennoch zu diesem Schritt entschieden." Die Fluggesellschaft bot an, noch in dieser Woche mit der Auswahl eines Schlichters zu beginnen.

Cockpit begrüßte grundsätzlich das Angebot der Unternehmensspitze. "Eine Befriedung des Tarifkonflikts mittels einer Schlichtung ist bei Einbeziehung aller seit Jahren strittigen und ungelösten Fragen möglich", erklärte Cockpit-Sprecher Markus Wahl. Die Gewerkschaft werde nun über das am Mittwoch eingegangene Schreiben beraten.

Die Piloten hatten in den vergangenen Monaten mehrfach gestreikt, um in dem Tarifstreit Druck auf die Lufthansa zu machen. Zentraler Streitpunkt des Konflikts ist die Altersversorgung der Piloten. Die Lufthansa will die Kosten für die sogenannte Übergangsversorgung künftig nicht mehr übernehmen und die Altersgrenze dafür erhöhen. Bisher können Piloten mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen. Bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter bekommen sie maximal 60 Prozent ihrer Bezüge weiter. Cockpit will die geplanten Einschnitte nicht akzeptieren.

Bei der Lufthansa-Hauptversammlung in Hamburg gedachten die Aktionäre mit einer Schweigeminute der Opfer des Germanwings-Unglücks.