Nürnberg (dpa) l Die deutschen Verbraucher lassen sich ihre Konsumlaune auch von der zuletzt etwas schwächeren Konjunktur nicht verderben. Im Mai legte die Verbraucherstimmung trotz gedämpfter Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal erneut zu - und stieg damit auf das höchste Niveau seit Oktober 2001. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Konsumklimastudie des Marktforschungsunternehmens GfK hervor. Es befragt dazu monatlich 2000 Verbraucher.

Der Konsumklimaindex wird danach im Juni auf 10,2 Punkte steigen - nach 10,1 Punkten im Mai. Der Aufwärtstrend beim Konsumklima setze sich damit fort - allerdings moderater als in den Vormonaten, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Eine Trendwende sei das allerdings noch nicht, allenfalls eine "leichte Korrektur" nach der Rekordjagd in den vergangenen Monaten.

Mit größeren Zuwächsen rechnet Bürkl in Zukunft allerdings auch nicht. "Das ist wie beim Bergsteigen: Wenn man sehr weit oben ist, wird die Luft dünn und es wird schwieriger, weiter hoch zu steigen", sagte der GfK-Experte. Dennoch sei noch "Luft nach oben drin", unterstrich er. "Es wird aber schwieriger und herausfordernder."

Weiterhin ungetrübt ist der Konjunkturoptimismus der Verbraucher. Trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums im ersten Quartal rechnen viele Haushalte mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr, stellten die Marktforscher bei ihrer monatlichen Befragung fest. Der entsprechende Index stieg um 3 Punkte auf 38,3 Zähler.

Diese Zuversicht spiegelt sich auch in der Ausgabefreude der Haushalte wider: Noch mehr Verbraucher als im April planten größere Anschaffungen. Die sogenannte Anschaffungsneigung lag im Mai bei 62,6 Punkten - und damit um 4,3 Punkte höher als im April. "Der Wert bleibt damit nur knapp unter seinem historischen Höchststand von 64,4 Punkten vom Oktober 2006", stellte die GfK fest.

Allerdings sind die Verbraucher laut der GfK-Konsumklimastudie nicht mehr ganz so sicher, künftig über ein ähnlich hohes Einkommen verfügen zu können wie zuletzt. Grund sei der steigende Benzinpreis, der vor allem für Autopendler eine wichtige Signalwirkung habe und die ohnehin schon vorhandenen leichten Inflationsängste schüre.