Halle (dpa). Sachsen-Anhalt entwickelt sich zu einem Zentrum der Logistikbranche in Europa. Rund 12 500 Menschen arbeiten im Land laut Wirtschaftsministerium in der Branche. Rund 360 Millionen Euro wurden seit 1991 investiert. Und es geht weiter damit.

Die international agierende Bertelsmann-Tochter Arvato AG (Gütersloh/Nordrhein-Westfalen) baut im Industriegebiet Halle-Queis ein Logistik- und Distributionszentrum. Rund 50 Millionen Euro würden investiert und 100 Arbeitsplätze geschaffen, teilten das Wirtschaftsministerium und der Investor gestern mit. Anfang März sollen die Bauarbeiten beginnen. In den nächsten drei Jahren sollen zunächst sechs Hallen errichtet werden. Arvato mit weltweit 60 000 Mitarbeitern gehört nach eigenen Angaben zu den größten international vernetzten Medien- und Kommunikationsdienstleistern.

"Wir haben uns im Wettbewerb mit Standorten in Sachsen und Thüringen durchgesetzt. Dieser Standort ist prädestiniert für Logistiker aus der ganzen Welt", sagte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU). Arvato verschickt nach eigenen Angaben im Auftrag von Kunden im Jahr 650 Millionen Sendungen und bearbeitet 200 Millionen Telefonanrufe. Vom neuen Standort in Halle-Queis (Saalekreis) aus würden künftig Logistikleistungen für Arvato-Kunden aus den Bereichen Konsumgüter, Mode und elektronischem Handel (E-Commerce) erbracht. Dazu zählten das Auftrags- und Bestandsmanagement, Kommissionier- und Konfektionierleistungen sowie das Versand- und Transportmanagement.

Das Unternehmen habe sich nach Prüfung unterschiedlicher Alternativen für den Standort in Sachsen-Anhalt entschieden, "weil wir dort hervorragende Verkehrsanbindungen und eine ausgezeichnete Infrastruktur gefunden haben", sagte Arvato-Vorstand Markus Schmedtmann. Das Industriegebiet Halle-Queis liegt an der Autobahn 14 (Halle-Magdeburg) und in der Nähe zum Flughafen Leipzig/Halle. Dieser ist unter anderem durch die Ansiedlung der Post-Tochter DHL zu einem internationalen Drehkreuz für Luftfracht geworden.