Dem Magdeburger Förderanlagenspezialisten FAM ist es gelungen, trotz widriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise die Auftragseingänge in den vergangenen zwei Jahren zu stabilisieren. Damit sei eine sichere Bank für die Existenz des Unternehmens mit weltweit 1300 Beschäftigten geschaffen worden, sagte Geschäftsführer Lutz Petermann im Volksstimme-Gespräch. FAM lebt fast nur noch vom Auslandsgeschäft. Aufträge auf dem deutschen Markt gibt es kaum.

Magdeburg. In der FAM-Führungsetage blickt man in diesen Tagen vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ist zwar nicht spurlos an dem Unternehmen vorbeigegangen.

Dennoch sei es gelungen, in den vergangenen zwei Jahren die Auftragseingänge auf einem im Vorkrisenvergleich zwar niedrigeren, aber über längere Zeit hinweg stabilen Niveau zu halten, sagte Geschäftsführer Lutz Petermann im Volksstimme-Gespräch. Für dieses Jahr zeichne sich ab, dass sich der Vorjahresauftragseingang von rund 200 Millionen Euro und ein Umsatz von 222 Millionen Euro wiederholen lasse, wenn nicht gar überschritten werden könne.

Wachstum für FAM, das sich zu den Top 5 der weltgrößten Branchenanbieter zählt, lasse sich derzeit nur auf ausländischen Märkten generieren, betonte Petermann. In Deutschland würden wegen nicht mehr begonnener oder abgebrochener Großprojekte keine nennenswerten Aufträge über Förder- oder Transporttechnik mehr ausgelöst. "Deutschland krankt an einer Energiepolitik, die unter anderem den technischen Fortschritt in Kohlekraftwerken erschwert", kritisierte der FAM-Chef.

Dass das Unternehmen mit seinen derzeit weltweit 1300 Beschäftigten, darunter 650 am Stammsitz in Magdeburg, diese Situation trotzdem meistere und in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt Kurzarbeit habe anmelden müssen, sei der internationalen Nachfrageentwicklung zu verdanken, erläuterte Petermann. So befänden sich so wichtige Absatzmärkte für FAM wie Chile und Kanada wieder deutlich im Aufwind. Vor allem China, wo FAM eine eigene, sich der Projektentwicklung und -abwicklung widmende Tochtergesellschaft mit derzeit zwölf Beschäftigten unterhält, bleibe für FAM ein verlässlicher und konstanter Markt, der auch in der Wirtschaftskrise stabile Auftragszahlen geliefert habe.

Petermann zufolge ist vorstellbar, das Unternehmen in Peking perspektivisch ähnlich zu entwickeln wie die FAM-Tochter in Chile, die mittlerweile 350 Mitarbeiter im Service und in der Instandhaltung von Förderanlagen auf dem südamerikanischen Kontinent beschäftigt.

Wie unverzichtbar Aufträge aus dem Ausland für FAM geworden sind, zeigen Orders für Großprojekte aus dem vergangenen Jahr zur Lieferung von Deponietechnik für den Kupfererzbergbau in den USA für zirka 40 Millionen Euro oder drei raupenmobile Kohlezerkleinerungsanlagen für einen chinesischen Kunden im Wert von rund 60 Millionen Euro. Beispielhaft für 2011 steht ein Projekt zur Ausrüstung eines Kohleterminals in Kolumbien, welches rund 20 Millionen Euro umfasst.

Die technischen wie logistischen Voraussetzungen für das Wachstum im Ausland werden nach wie vor in Magdeburg gelegt. Dort hatte FAM im vergangenen Jahr aus der Konkursmasse des benachbarten Brauerei- und Kellereimaschinenbaus dessen Immobilie erworben und in den Hallen mit einer neuen, 60 Beschäftigte zählenden Tochtergesellschaft namens SIGMA Maschinenbau GmbH die Produktion von Baugruppen und Komponenten für Förderanlagen aufgenommen.

Des Weiteren ist derzeit geplant, die Fertigungskapazitäten im Blechzuschnitt zu erweitern. Zudem gibt es erste konkrete Überlegungen, nach dem Zukauf von Flächen im unmittelbaren Firmenumfeld ein FAM-eigenes Logistikzentrum aufzubauen, das dem wachsenden Exportgeschäft und den damit einhergehenden hohen Anforderungen an den weltweiten Versand von FAM-Technik gerecht werden kann.