Magdeburg (dpa). Der Winterschlussverkauf mit purzelnden Preisen hat wieder viele Sachsen-Anhalter in die Geschäfte gelockt. Die Händler ziehen eine positive Bilanz der vergangenen zwei Wochen.

Die Einzelhändler in Sachsen-Anhalt haben mit ihrem traditionellen Schlussverkauf Platz für neue Frühjahrswaren geschaffen. "Aus meiner Sicht war der Winterschlussverkauf über dem Umsatzniveau des Vorjahres", sagte der Präsident des Handelsverbands Sachsen-Anhalt, Hans-Friedrich Druschke, gestern der Nachrichtenagentur dpa.

Winterliche Jacken, Hosen oder auch Hemden seien zum Schluss des zweiwöchigen Verkaufs bis zu 80 Prozent billiger abgegeben worden. Der Verkauf sei notwendig, weil die Frühjahrsware vor der Tür stehe. "Wir haben unheimlich viel Platz geschaffen", sagte Druschke. Jedoch seien die Lager nicht restlos leer. "Schön wäre es, wenn der letzte Wintermantel auch noch weg wäre." Doch das sei in der Praxis gar nicht möglich.

Neben Kleidung wurden bis zum vergangenen Wochenende auch andere Güter wie Elektronik vielerorts billiger abgegeben, weil neue Modellreihen Einzug in die Geschäfte finden. Eine gesetzliche Regelung für den Winterschlussverkauf gibt es seit 2004 nicht mehr, viele Geschäfte reduzieren aber traditionell in der letzten Januarwoche und der ersten Februarwoche ihre Preise. Druschke bedauerte, dass es keine gesetzliche Regelung mehr gibt. Dadurch würden einige Läden schon vor Weihnachten mit dem Schlussverkauf beginnen. "Dann verschwimmt das Ganze", sagte Druschke.

Beflügelt wurde der Schlussverkauf auch durch die steigende Kauflaune. "Die Konsumstimmung der Verbraucher ist unerwartet gut", sagte Druschke. "Die Bevölkerung schöpft Mut." Die Leute legten auch mehr Wert auf Markenqualität. Für das Gesamtjahr 2011 ist Druschke optimistisch. "Der Kunde kauft Qualität und achtet auf den Preis."

Druschke ist Inhaber eines Modehauses in Dessau-Roßlau, das bereits 1906 gegründet worden war. Der Handelsverband Sachsen-Anhalt war früher unter der Bezeichnung Verband der Kaufleute aufgetreten.