Gardelegen (dpa). Ein Jahr nach dem Produktionsstart hat die Agenda Glas AG in Gardelegen Insolvenz angemeldet. Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Amtsgericht Stendal den Fachanwalt Lucas Flöther ein, teilte dessen Kanzlei gestern in Magdeburg mit. Trotz der finanziellen Schieflage könne der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortgesetzt werden. Zumindest bis Ende April sei der Lohn für die mehr als 150 Mitarbeiter gesichert.

Grund für die Probleme seien technische Anlaufschwierigkeiten. Deshalb habe es im ersten Produktionsjahr eine hohe Ausschussquote gegeben, sagte Flöther. Der Umsatz sei aus diesem Grund nur halb so hoch ausgefallen wie erwartet, er lag bei etwa zehn Millionen Euro. Es sei aber realistisch, dass der Umsatz in diesem Jahr auf rund 20 Millionen Euro steigen werde, sagte Flöther. Möglicherweise solle ein neuer Investor ins Boot geholt werden. Ziel sei der Erhalt des Betriebs, das Wirtschaftsministerium habe Unterstützung zugesagt.

Agenda Glas wurde im Jahr 2008 gegründet. Zum Start der Produktion in dem hochmodernen Werk hatte die AG mitgeteilt, dass jährlich rund 95 000 Tonnen Glas zu 300 Millionen Flaschen und anderen Getränkebehältern verarbeitet werden sollen. Die verwendeten Rohstoffe wie Soda, Kalk und Dolomit kommen hauptsächlich aus der Region. Die Investitionskosten in Gardelegen hatten sich auf rund 50 Millionen Euro belaufen.