Magdeburg. Zum vierten Forum des Landesverbandes Sachsen-Anhalt des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) waren am Dienstagabend dessen Mitglieder zusammengekommen. Im Gesellschaftshaus in Magdeburg nahm Landesentwicklungs- und Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) zusammen mit dem VDI-Landesvorsitzenden Michael Schenk und Firmenvertretern an einer Podiumsdiskussion teil. Hauptthema war die Logistik.

Minister Daehre betonte, dass Mitteldeutschland als Metropolregion auf dem weltweiten Markt einen Namen habe. "Sie liegt im Herzen Europas. Und damit haben wir eine Schaltfunktion für mehrere Verkehrsträger: Wir haben die Straße, die Schiene und die Wasserstraße", so Daehre. Als Hauptaufgabe aus diesen Gegebenheiten sehe er die Verteilung der ankommenden Güter "auf die anderen Teile Deutschlands und besonders in Richtung Osteuropa". Daher müssen durch intelligente Logistik die zur Verfügung stehenden Verkehrswege maximal ausgenutzt werden. "Wir haben die besten Voraussetzungen dafür, uns als Logistikdrehscheibe zu präsentieren", sagte Daehre.

Dazu trägt aus seiner Sicht auch das Galileo-Testfeld bei, welches spätestens 2013 im Wissenschaftshafen Magdeburg in Betrieb genommen werden soll. Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und deren Forschungspartner entwickeln während des Projektes in einem modernen Entwicklungslabor Technik für Ortung, Navigation und Kommunikation in Verkehr und Logistik. Diese soll als Gegenstück zur amerikanischen GPS-Technik fungieren.

Dass die Kranbau Köthen GmbH durch ihre überproportional großen Einzelanfertigungen, die zu den Kunden transportiert werden müssen, von der Logistik abhängig ist, machte Geschäftsführer Ulf Achenbach deutlich. "Es macht keinen Sinn, den Kran in Köthen zu konstruieren und in Tschechien oder auf dem Balkan bauen zu lassen." Dazu bedürfe es einer entsprechenden Logistik als auch entsprechender Voraussetzungen in der Infrastruktur. In diesem Bereich habe das Land als Voraussetzung für eine wirtschaftliche Entwicklung Nach- holbedarf, räumte Daehre ein. Immer häufiger sei der Ausbau der Infrastruktur von Problemen begleitet. Wie etwa bei der Ortsumgehung Bad Kösen, gegen die der Naturschutzbund klagt. Ohne den Infrastrukturausbau sei allerdings keine wirtschaftliche Entwicklung gegeben, so Daehre. "Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir diese Trimodalität Straße-Schiene-Wasser bekommen.

Im Rahmen des Forums wurden die Total Raffinerie Mitteldeutschland aus Leuna, die Abasys GmbH aus Bitterfeld, die Kranbau Köthen GmbH und die Maba Spezialmaschinen GmbH aus Wolfen als fördernde Mitglieder aufgenommen.