In Magdeburg wurde gestern ein neues Förderprogramm für Wohneigentümer vorgestellt. Unter dem Namen "Sachsen-Anhalt modern" sollen energetische Modernisierung und altersgerechtes Umbauen vor allem für private Eigentümer möglich sein, sagte Landesentwicklungsminister Karl-Heinz Daehre (CDU). Das Programm hat ein Volumen von acht Millionen Euro und soll bei Bedarf aufgestockt werden.

Magdeburg. Dem demografischen Wandel entgegenwirken und Lücken im Stadtbild schließen - das sind die Ziele des neuen Förderprogramms "Sachsen-Anhalt modern" von der Investitionsbank (IB) Sachsen-Anhalt und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Gestern wurde es in Magdeburg vorgestellt.

Insgesamt stehen acht Millionen Euro zur Verfügung, die in energetische und altersgerechte Modernisierung sowie in den barrierereduzierten Umbau von selbstgenutzem oder vermietetem Wohnraum fließen sollen, sagte Landesentwicklungsminister Karl-Heinz Daehre. "Gezielte Investitionen in den Bestand schaffen attraktiven Wohnraum, erhöhen die Lebensqualität und verstärken die Anziehungskraft in den jeweiligen Städten und Gemeinden", so Daehre. Zwar könne jeder, also auch eine Wohnungsbaugenossenschaft, durch das Programm gefördert werden, doch richte sich das Darlehen vor allem an private Eigentümer. "Denn viele von ihnen sind nicht in der Lage, die nötigen Mittel aufzubringen, um ihre Häuser zu sanieren", sagte der Minister. Er verwies darauf, dass Sachsen-Anhalt "keinen echten Wohnungsmarkt hat. Wir haben einen Überhang an Wohnungen, und deshalb ist es für Vermieter schwierig, Investitionen auszugleichen. Wohnungsgesellschaften können damit anders umgehen."

Der künftige Schwerpunkt der Wohnungsbaupolitik des Landes werde weiterhin der Umbau von innen nach außen sowie der Abriss von außen nach innen sein. Karl-Heinz Daehre: "Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf generationsübergreifendem Wohnen. Das Zusam- menwohnen von Jung und Alt und Familienfreundlichkeit." Aus seiner Sicht werde auch die künftige Landesregierung nach der Landtagswahl am 20. März diese Themen fortsetzen.

Der Geschäftsführer der IB Sachsen-Anhalt, Manfred Maas, bewertete das neue Förderprogramm äußerst positiv. "Davon profitieren Hauseigentümer, Mieter und Vermieter zugleich", so Maas. Denn die Veränderungen, die mit dem Darlehen vorangetrieben werden können, gingen über "rein kosmetische Reparaturen hinaus und sind von Dauer". Das Darlehen kann ab dem 1. März pro Projekt bis zu einer Summe von 750 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Pro Wohneinheit können jeweils 50 000 Euro für energieeffiziente Modernisierungen und altersgerechte Umbaumaßnahmen beantragt werden. Und das sogar recht einfach, so Maas: "Der Einfachheit halber gibt es einen Antrag, in dem der Kunde sein Projekt beschreibt und sich die verschiedenen Bausteine heraussucht." Das Darlehen der IB Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der KfW sei zudem zinsgünstig und zur langfristigen Finanzierung für die Modernisierung bestehender Wohngebäude gedacht. Auf Basis der KfW-Programme "Altersgerecht umbauen" und "Energieeffizient Sanieren - Einzelmaßnahmen" verbillige die IB die Zinssätze nochmals.

Eine Maßnahme, von der die 82 förderberechtigten Kommunen des Landes profitieren können, so die Einschätzung des Landespräsidenten von Haus und Grund, Holger Neumann. "Wir würden uns nie erlauben, den privaten Banken Konkurrenz zu machen. Ich glaube, es ist ein gutes Grundfinanzierungskonzept, auf dem aufgebaut werden kann", so Neumann.

Bei Bedarf und einer positiven Entwicklung könne das Volumen von "Sachsen-Anhalt modern" noch aufgestockt werden, fügte Karl-Heinz Daehre hinzu.

www.ib-sachsen-anhalt.de

 

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