Auf dem Gelände des Waschmittelwerkes in Genthin ist gestern Richtfest für eine neue Tensid-Anlage gefeiert worden. Die Hansa Group AG investiert mit ihrer Tochter, der Waschmittelwerk Genthin GmbH, rund 50 Millionen Euro. Damit, versprechen die Unternehmen, werden vor Ort 130 Arbeitsplätze gesichert.

Genthin. Gut zehn Monate nach der Grundsteinlegung nimmt die neue Tensidanlage der Waschmittelwerk Genthin GmbH zunehmend Gestalt an. Gestern wurde Richtfest gefeiert, Produktionsbeginn mit rund 40 Beschäftigten soll Mitte des Jahres sein.

Tenside bewirken, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und Wasser, fein vermengt werden können. Tenside sind auch als waschaktive Substanzen unter anderem in Wasch- und Spülmitteln sowie in Haushalts- und Industriereinigern enthalten. Bislang mussten Grundstoffe für die Waschmittelproduktion auf langen Wegen nach Genthin gebracht werden.

In die Tensidanlage sowie weitere Anlagenteile der Waschmittelproduktion haben die börsennotierte Hansa Group AG (Duisburg) und ihr Tochterunternehmen, die Waschmittelwerk Genthin GmbH, insgesamt rund 50 Millionen Euro investiert. Dadurch erweitert die Hansa Group ihre Produktionskapazität von derzeit 30 000 Tonnen auf dann rund 100 000 Tonnen pro Jahr.

Die Hansa Group, deren Produktportfolio von chemischen Rohstoffen über Zwischenprodukte für Wasch-, Körperpflegemittel und Kosmetika bis hin zu Spezialchemikalien reicht, war vor zwei Jahren nach Genthin gekommen. Dem vorangegangen war die Ankündigung des damaligen Eigentümers des Werkes, des Henkel-Konzerns, die deutsche Produktion von Flüssigwaschmitteln in Düsseldorf zu konzentrieren und sich aus Genthin zurückzuziehen. Unter Hansa-Flagge werden jetzt im Waschmittelwerk Granulate für Wasch- und Reinigungsmittel sowie Flüssigwaschmittel für Markenartikler und Handelsorganisationen produziert.

"Die millionenschwere Investition in die Tensidanlage sorgt dafür, dass der traditionsreiche Waschmittelstandort weiter wächst", würdigte gestern Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) das "nachhaltige Engagement" der Hansa Group, mit dem sowohl produktseitig als auch von der Qualität der Arbeitsplätze her "interessantere Weiterentwicklungsmöglichkeiten als mit Henkel" verbunden seien.

Wie Hansa-Vorstand Thomas Pfisterer sagte, rechnet Hansa nach Inbetriebnahme der Tensidanlage "dauerhaft mit einem Umsatzzuwachs im substanziellen Millionenbereich und positiven Auswirkungen auf unsere Margen". Die direkte Nachbarschaft zu den Produktions- und Abfüllanlagen für Wasch- und Reinigungsmittel biete "hervorragende Möglichkeiten" zum Ausbau der Wertschöpfungskette. Hansa betrachte den Standort Genthin als "wichtigen Impulsgeber" für die künftige positive Entwicklung der gesamten Firmengruppe. Waschmittelwerk-Geschäftsführer Volker Bauer sprach von einer "strategischen Absicherung" des Standortes.

Die Energieversorgung der neuen Anlage übernehmen zwei Blockheizkraftwerke, die von der Magdeburger Getec AG errichtet werden.