Genf (dpa). Porsche-Chef Matthias Müller peilt trotz der juristischen Stolpersteine noch in diesem Jahr die Verschmelzung des Sportwagenbauers mit VW an. "Wir sind nach wie vor zuversichtlich", sagte Müller gestern am Rande des Genfer Autosalons. "Die Voraussetzungen dafür werden von uns zügig geschaffen." Der von VW verkündete Kauf von Europas größtem Autohändler, der Porsche Holding Salzburg, sei ein weiterer wichtiger Schritt, sagte Müller.

VW zahlt 3,3 Milliarden Euro an die Eigentümer der Holding, die Familien Porsche und Piech. Der Erlös soll größtenteils in die geplante Kapitalerhöhung bei der Porsche Holding SE fließen. Die Kapital- erhöhung geht bis spätestens Ende Mai über die Bühne. So soll der Schuldenberg der Stuttgarter von zuletzt rund sechs Milliarden Euro weiter abgetragen werden - eine weitere Voraussetzung für das Zusammengehen mit VW.

Der Sportwagenbauer hatte sich beim Versuch, Europas größten Autobauer zu übernehmen, 2009 verhoben und soll nun zehnte Marke im VW-Konzern werden. Wegen der anhaltenden Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Lenker Wendelin Wiedeking und seinen früheren Finanzchef Holger Härter unter anderem wegen Untreue ist der Zeitplan in Gefahr.

In der täglichen Arbeit könne dies Porsche nicht bremsen, sagte Müller. "Die Klagen, die da im Raum stehen, betreffen die Vergangenheit. Unsere Aufgabenstellung ist es primär, den Blick nach vorn zu richten." Er glaube, dass Porsche seine Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft hat, so Müller. "Derzeit untersuchen wir, welche möglichen Fahrzeugformate es für Porsche noch geben könnte." Er plane in jedem Jahr ein neues Modell ein.

Sicher ist, dass Porsche einen neuen, kleinen Geländewagen auf den Markt bringt - vermutlich 2013. Der kleine Bruder des Cayenne wird voraussichtlich im Porsche-Werk Leipzig gebaut. "Wenn wir das Werk ausbauen, entstehen 500 neue Arbeitsplätze."