Sachsen-Anhalt auf der CeBIT 2011. Fast 30 Aussteller aus unserem Bundesland sind zur größten Computermesse der Welt gereist. Der erste Eindruck: Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist für sie kein Thema mehr. Wenn es überhaupt eines war.

Hannover. Mehr als zufriedene Gesichter in der Chefetage der isM integral systemtechnik GmbH in Barleben bei Magdeburg. Trotz der allgemein noch spürbaren Nachwehen der Wirtschafts- und Finanzkrise hat der IT-Dienstleister im vergangenen Jahr das beste Geschäftsergebnis in seiner Firmengeschichte erzielt. Der Umsatz, berichtet der kaufmännische Geschäftsführer Peter Schreiber, sei um 20 Prozent auf 2,4 Millionen Euro gestiegen, die Ertragslage habe sich weiter verbessert.

Auf der größten Computermesse der Welt - bis zum Sonnabend präsentieren hier mehr als 4200 Unternehmen aus rund 70 Ländern ihre Produkte - können die Barleber auf ihrem eigenen Messestand ein rundes Jubiläum feiern. Zum 20. Mal stellen sie nunmehr auf der größten Computerschau der Welt aus.

Das Unternehmen mit 24 Beschäftigten hat sich auf die Entwicklung von Software für die optimale Steuerung von Produktionsabläufen in Unternehmen spezialisiert. Mit im CeBIT-Reisegepäck hat isM unter anderem ein spezielles Softwarepaket namens APSInt (Advanced Planning and Scheduling-Integration), durch das die Qualität innerbetrieblicher Logistikprozesse in mittelständischen Fertigungsunternehmen deutlich erhöht werden kann.

Aus diesem wirtschaftlichen Umfeld kommen für isM derzeit nur positive Signale. "Wir haben beispielsweise in den bei Hannover gelegenen Alfelder Kunststoffwerken einen neuen Kunden gewonnen", berichtet Schreiber. Dort stellen jetzt die IT-Spezialisten die Steuerungssoftware für das gesamte Unternehmen von der Materialfluss-Steuerung, über die Produktion bis zum Vertrieb und das Rechnungswesen.

"Das Jahr 2011 hat für uns sehr gut begonnen", freut sich Schreiber, der für das erste Halbjahr von einer "sehr guten Auslastung" spricht. "Wir haben den Drive aus dem vergangenen Jahr mit rübernehmen können. Der Markt ist fast schon wieder euphorisch." Am Firmensitz in Barleben wird konkret eine bauliche Erweiterung des Unternehmens ins Auge gefasst.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist für isM, wenn diese das Unternehmen überhaupt zu spüren bekam, kein Thema mehr. Mit Kunden in verschiedenen Branchen von der Ernährungsindustrie bis zum Maschinen- und Anlagenbau hat isM einseitigen und damit nicht ungefährlichen Kundenabhängigkeiten immer vorbeugen können.

Das Barleber Unternehmen steht in Sachsen-Anhalt stellvertretend für eine Branche, die nach Ansicht von Landesarbeitgeberpräsident Klemens Gutmann "gut durch die Krise gekommen" ist und die eine "sichtlich erfreuliche" Entwicklung genommen hat. So seien die mehr als 500 Unternehmen der Informationstechnik und Telekommunikation zwischen Altmark und Burgenland nach einem schweren Start nach der Wende inzwischen "gut aufgestellt".

Gutmann attestiert der Branche mit ihren rund 20 000 Beschäftigten eine gute Zukunft. Fast 80 Prozent der einheimischen IT-Unternehmen würden sich mit Serviceleistungen und Softwareanwendungen beschäftigen. Dort liege auch die Stärke der Branche. Eine steigende Nachfrage nach Dienstleistungen aus nahezu allen Bereichen mache "Mut für die kommenden Monate".

Gutmann vertritt auf der CeBIT als einer von drei Geschäftsführern die auf Dienstleistungen für Energieversorger spezialisierten Regiocom in Magdeburg. Das Unternehmen mit mehr als 1200 Mitarbeitern deckt das gesamte Leistungsspektrum rund um das Thema Energie ab: von der Rechnungslegung, das Management von Neuanschlüssen, die datentechnische Betreuung von Umzügen, Zählerwechsel bis zum Betrieb von eigenen Rechenzentren.

Zu den Unternehmen, die in der niedersächsischen Landeshauptstadt vertreten sind, gehört auch die Brain-SCC GmbH aus Merseburg. Auf dem von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen -Anhalt (IMG) und dem Verband der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt (VITM) organisierten Gemeinschaftsstand stellt der bundesweit tätige IT- und Mediendienstleister für die öffentliche Hand und den Mittelstand unter anderem den Bürger- und Unternehmensservice "Linie 6Plus". Das Gemeinschaftsprojekt mit sieben Bundesländern sowie der Teleport Sachsen-Anhalt GmbH stellt beispielsweise Verwaltungsleistungen transparent dar.

   

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