Tokio (dpa). Etliche japanische Unternehmen haben gestern ihre Produktion gestoppt, nachdem das schwerste Erdbeben in Japan den Nordosten erschüttert hat. Viele Fabriken wurden zerstört und der Strom fiel aus. Auch viele Einzelhandelsgeschäfte waren im Zentrum von Tokio gestern geschlossen.

Tokyo Electric Power plant Stromrationierungen in der Region um Tokio, da das Unternehmen von den Atomschmelzen in seinen Reaktoren in der Präfektur Fukushima betroffen ist. Der Energieversorger will versuchen die Stromproduktion abzufedern, indem Atomreaktoren abgeschaltet werden.

Der Autobauer Toyota Motor kündigte einen Produktionsstopp von Montag bis Mittwoch in all seinen inländischen Fabriken an. Nach Angaben von Kyodo News seien dies Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiter und deren Familien in den vom Erdbeben erschütterten Regionen. Die dreitägige Betriebspause komme einem Verlust von 40 000 Autos gleich.

Auch die Toyota-Töchter Daihatsu Motor und Hino Motors wollten dem Beispiel folgen. Die Firma Isuzu Motors wollte ihre Produktion sogar bis Freitag lahmlegen. Weil zu wenig Autoteile geliefert wurden, musste auch Honda Motor seine Produktion in der Erdbeben betroffenen Region einstellen. Sony setzte den Betrieb in der Fabrik für Klebebänder bei Kanuma nördlich von Tokio aus. Auch der Elektronikriese Toshiba kündigte an, dass in Fukaya bei Tokio die Produktion von Flachbildschirmen eingestellt werde.

Die Sorge vor einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Japan hat die Ölpreise gestern unter Druck gehalten. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) büßte 1,34 Dollar auf 99,82 Dollar ein. Händler begründeten die sinkenden Notierungen mit den befürchteten Folgen des Erdbebens und des Tsunamis.