Die Deutsche Bank in Magdeburg hat ein gutes Geschäftsjahr 2010 hinter sich und ist für 2011 positiv gestimmt: In der Wirtschaft seien Wachstum und Zuversicht wieder da, und bei Privatkunden die Lust, sich etwas zu leisten, so lautete gestern die Einschätzung bei der Vorlage der Bilanz.

Magdeburg. Marc Melzer, Leiter des Firmenkundengeschäfts in Sachsen-Anhalt, sieht die Wirtschaft in Aufbruchstimmung. Die Produktionskapazitäten der chemischen Industrie seien wieder ausgelastet, Unternehmen planten Investitionen oder seien unterwegs zu neuen Märkten.

"Der Mittelstand ist wieder auf Wachstumskurs. Ausrüstungsinvestitionen und Ausfuhren haben 2010 deutlich angezogen. In den exportorientierten Investitions- und hochwertigen Konsumgüterindustrien lagen die Auftrags- eingänge um bis zu 30 Prozent über dem Vorjahr. Für 2011 erwarten wir, dass es weiter aufwärts geht", sagte Melzer.

Allerdings gebe es auch Risiken. Melzer sprach die dramatischen Entwicklungen in Japan an, deren Folgen auch für die Weltwirtschaft noch schwer kalkulierbar seien. Zunehmend würden auch die heftigen Preisausschläge an den Rohstoffmärkten zum Risiko für Unternehmen. Melzer sieht wachsenden Beratungsbedarf, um firmenspezifische Absicherungsstrategien für Schwankungen der Rohstoffpreise oder Wechselkurse zu entwickeln.

Finanzierungssicherheit sei ein weiteres Thema. Hier sprach Melzer von guten Voraussetzungen: "Wir haben im Land mit Bürgschaftsbank, Investitionsbank und Beteiligungsgesellschaften verschiedene Instrumente, die wir gemeinsam im Konzert spielen." Darüber hinaus sei die Deutsche Bank 2010 bei knapp 50 Prozent des Finanzierungsvolumens im KfW-Sonderprogramm involviert gewesen. Bundesweit seien mehr als 2 Milliarden Euro Globaldarlehen und Kredite im Rahmen öffentlicher Förderprogramme an mittelständische Kunden ausgezahlt worden.

Auch bei der Begleitung des Mittelstandes an den Kapitalmarkt sei die Deutsche Bank führend gewesen. Instrumente wie Schuldscheindarlehen und Anleihen würden von kapitalmarktfähigen Unternehmen verstärkt nachgefragt.

Eine Kreditklemme habe es nicht gegeben, betonte Melzer. Die Deutsche Bank habe auch während der Krise ihre Kreditlinien aufrechterhalten und wolle nun weiteres Wachstum begleiten. "Wir halten bundesweit offene Kreditlinien für unsere mittelständischen Kunden vor, die Ende vergangenen Jahres mehr als 17 Milliarden Euro betrugen."

Auch der Bereich Privat- und Geschäftskunden hat sich positiv entwickelt, so das Resümee des Leiters der Marktregion Magdeburg, Norbert Sontopski. Das vergangene Jahr sei allerdings noch von den Sorgen und Nöten in der Finanzkrise geprägt gewesen. "Es war und bleibt wichtig, die Kunden intensiv zu beraten", so Sontopski, die Kunden seien an konkreten und nachvollziehbaren Handlungsempfehlungen interessiert und an der Transparenz von Preisen, Kosten und Risiken. Inzwischen stehe für mehr als 140 Produkte ein einfaches Informationsblatt für Anlageprodukte zur Verfügung. Sontopski sieht die Deutsche Bank auf dem richtigen Kurs: Bei der jüngsten bundesweiten Befragung von mehr als einer Million Kunden beurteilten 90 Prozent das letzte Beratungsgespräch mit "gut" oder besser.

Die Zahl der Kunden ist laut Sontopski in der Marktregion stabil und liegt bei 109 000 Privat- und Geschäftskunden. Das Geschäftsvolumen legte gegenüber dem Vorjahr um 24 Millionen Euro (2 Prozent) auf 1,404 Milliarden Euro zu. In der Stadt Magdeburg lag der Zuwachs sogar bei 5 Prozent auf 497 Millionen Euro, 38 000 Kunden werden hier betreut. Auch das Kreditgeschäft, sowohl bei Baufinanzierungen als auch bei Konsumentenkrediten entwickelt sich positiv. Sontopski sprach von einer wachsenden Bereitschaft "nachzusparen". Das zeuge von der Zuversicht, dass Arbeit und Einkommen wieder sicherer seien.

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