Magdeburg. Die Fraunhofe-Institute in Kaiserslautern und Magdeburg können ihre Zusammenarbeit bei der Erforschung von verbesserten Anwendungen der virtuellen Realität fortsetzen. Sie arbeiten auf diesem Gebiet bereits seit knapp drei Jahren zusammen. Wie beide Institute gestern in Magdeburg mitteilten, fördert das Bundesforschungsministerium diese Kooperation bis 2013 mit 5,8 Millionen Euro. Eingebunden in den Verbund sind auch die Universitäten beider Städte.

Gemeinsames Ziel soll sein, mit neuen Entwicklungskonzepten die Sicherheit und Zuverlässigkeit technischer Geräte, Maschinen und industrieller Fertigungsprozesse zu erhöhen. Dabei sollen die Möglichkeiten der Informatik, Abläufe und Eigenschaften in Computern virtuell zu simulieren, besser in neuartige Maschinen und Anlagen integriert werden. Nötig für diese Forschung sind auch Unternehmen, die konkrete Lösungen für ihre Produkte oder Dienstleistungen suchen.

"Es gibt in unserer Region inzwischen ausreichend Partner, die an solchen Forschungsprojekten mitarbeiten möchten und können", sagte gestern der Leiter des Magdeburger Fraunhofer-Institutes, Michael Schenk, der den Forschungsverbund als Sprecher vertritt. Schenk nannte Beispiele: "Ein Projekt zur Verkehrsinfrastruktur beschäftigt sich damit, wie Fahrzeuge mit Warenpaketen so kommunizieren, dass der Warentausch auf Parkplätzen optimiert wird. Daran ist DHL interessiert." Kranbau Köthen arbeite an einem Projekt mit, das untersucht, ob ein Container einem Kran mitteilen kann, wenn er besonders behutsam abgesetzt werden möchte. Andere Anwendungsbeispiele seien die Steuerung der dezentralen Stromversorgung für Servicedienstleister mit Elektrofahrzeugen. Mit Unternehmen der Medizintechnik gebe es Projekte bei der Entwicklung neuartiger Operationswerkzeuge.

Alle Projekte eint, dass Ingenieure der Informatik und der klassischen Maschinenbau-Diziplinen mehr und besser zusammenarbeiten sollen. Der Magdeburger Universitätsrektor Klaus Erich Pollmann gab deshalb gestern bekannt, dass ab sofort der neue Informatik-Studiengang "Digital Engineering" angeboten wird. Er soll helfen, diese Disziplinen besser zu verzahnen. "Studenten, die das studieren, werden in die Forschungsarbeit des Magdeburger Fraunhofer-Institutes direkt eingebunden", kündigte Pollmann an.