Die Magdeburger GETEC-Firmengruppe hat das Geschäftsjahr 2009/2010 mit einem "sehr guten Ergebnis" abgeschlossen. Der Energiedienstleister will sowohl im In- als auch im Ausland weiter wachsen. Auch soll der Hauptsitz mit zwei Standorten in der Landeshauptstadt massiv ausgebaut werden, kündigte Vorstandschef Karl Gerhold im Volksstimme-Gespräch an.

Magdeburg. Die von Umsatz und Ertragskraft zu den größten Unternehmen in Sachsen-Anhalt zählende GETEC-Gruppe (Magdeburg) bleibt auf Expansionskurs. Neben der Akquise und Umsetzung neuer Aufträge wird GETEC die eigene Präsenz in der Landeshauptstadt deutlich erhöhen und im Zuge der Erweiterung zweier Standorte in den nächsten Jahren bis zu 250 neue Arbeitsplätze im Ingenieur- und kaufmännischen Bereich schaffen. In den Neu- und Ausbau mehrerer Firmengebäude sollen rund zehn Millionen Euro investiert werden, sagte Vorstandschef Karl Gerhold der Volksstimme.

Möglich und nötig wurde diese Entscheidung durch ein kontinuierliches Firmenwachstum über nunmehr viele Jahre hinweg, betonte Gerhold. Die im Jahr 1993 gegründete GETEC gehört heute mit vier unter einem Dach operierenden Gesellschaften nach eigenen Angaben in Deutschland zu den Marktführern für Contracting-Dienstleistungen und betreibt bundesweit zirka 1000 Anlagen zur Wärme-, Kälte- und Stromerzeugung von im Schnitt fünf Megawatt und aufwärts.

Zu den Hauptkunden zählen unter anderem Industriebetriebe, Wohnungsunternehmen und Krankenhäuser. Contracting-Produkte für die Energieversorgung zeichnen sich dadurch aus, dass ein sogenannter Contractor wie GETEC neben dem Bau und Betrieb von Anlagen auch deren Finanzierung übernimmt. Bundesweit unterhält GETEC Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Dortmund, Köln, Frankfurt/Main, Karlsruhe, München und Weimar, darüber hinaus Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz und Ungarn. Derzeit beschäftigt die Firmengruppe rund 450 Mitarbeiter und weist bei einem Jahresumsatz von zirka 500 Millionen Euro einen Ertrag vor Steuern von rund 30 Millionen Euro aus.

"Wir blicken den kommenden Monaten überaus optimistisch entgegen", sagte Gerhold. Zu aktuellen Projekten gehören ein in Zerbst zusammen mit der Q-Cells AG auf einer Fläche von 100 Hektar vorangetriebener Photovoltaik-Park mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro, verschiedene Bioraffinerien bei Zeitz, Hadmersleben und der Ausbau der Bioraffinerie in Niederndodeleben. Im Zuge der momentanen Erweiterung des Bioölwerkes Magdeburg zeichnet GETEC als Generalunternehmer für den Bau und Betrieb eines speziellen Heizkraftwerkes verantwortlich. In der entstehenden größten Pelletkesselanlage Europas sollen Holz-Pellets und Raps-Extrationsschrot verbrannt und mit einer Feuerungsleistung von knapp 20 Megawatt zirka 150 000 Tonnen Prozessdampf erzeugt werden.

In den Auftragsbüchern steht zudem der Bau eines großen Heizkraftwerkes auf dem ehemaligen Hoechst-Gelände in Frankfurt/Main für die Chemiefirma Allessa mit einem Volumen von rund zehn Millionen Euro sowie verschiedene größere industrielle Blockheizkraftwerke für die Firma Henkel in Wien, das Waschmittelwerk Genthin, das Milchwerk "Mittelelbe" in Stendal und weitere Kunden im Umfang von zirka 20 Millionen Euro. Verantwortlich zeichnen die Magdeburger künftig auch für die Wärmeversorgung des Hauptbahnhofs Köln und für die Wärme- und Kältelieferungen an ein geplantes neues Einkaufszentrum am Potsdamer Platz in Berlin.

Großes Potenzial sieht Gerhold im Eigenhandel mit Strom und Gas. So stehen GETEC-Gesellschaften beispielsweise hinter speziellen Strom- und Gasprodukten von Tchibo oder BILD. GETEC-Unternehmen sind dabei für das komplette Leistungsangebot von der Beschaffung bis zur Abrechnung der Medien verantwortlich. "Wir arbeiten hier wie ein überregionales Stadtwerk", erläuterte Gerhold.

Als Umsatzziel für das neue Geschäftsjahr gibt der Vorstandschef eine Steigerung von 10 bis 15 Prozent und eine Rendite von sechs bis sieben Prozent über die ganze Gruppe aus. GETEC werde von dem Trend der dezentralen Erzeugung von Wärme, Dampf und Kälte in Blockheizkraftwerken und den liberalisierten Energiemärkten weiter profitieren, zeigte sich Gerhold überzeugt: "Darin sind wir Spezialisten."

 

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