Hannover (dpa). Die Fördermenge, aber auch die geschätzten Reserven an Erdöl und Erdgas in Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Das geht aus einer Analyse des Niedersächsischen Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hervor. Nachdem die Behörde 2009 noch eine Erholung der als "sicher und wahrscheinlich" angenommenen Reserven in deutschen Lagerstätten vorausgesagt hatte, geht sie nun von geringeren Restbeständen aus.

Demnach lagen die Erdölreserven bei 35,9 Millionen Tonnen und damit 12,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mit 2,5 Millionen Tonnen wurden außerdem 12 Prozent weniger Öl gefördert.

Auch beim Erdgas ergab die Untersuchung einen rückläufigen Trend. Die Reserven lagen Ende 2010 mit schätzungsweise 146,3 Milliarden Kubikmetern um 9,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, berichteten des Experten der LBEG. Bei der laufenden Gasförderung belief sich das Minus auf 14 Prozent, 13,6 Milliarden Kubikmeter wurden produziert.

Die Rückgänge haben sowohl wirtschaftliche als auch technische Gründe. So ließen veränderte Planungen für das größte deutsche Ölfeld Mittelplate/Dieksand in der Nordsee die geschätzten Reserven schrumpfen.

In Schleswig-Holstein (40 Prozent) und Niedersachsen (31,5 Prozent) sind die Bestände aber weiter am größten. Auf Rang drei folgt Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 26,1 Prozent. Bei den Rohgas-Reserven liegt Niedersachsen mit 97,6 Prozent klar an der Spitze.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover nimmt an, dass die weltweite Förderung der zur Neige gehenden Erdölreserven höchstens noch 25 Jahre lang ausgeweitet werden kann. Selbst bei einer verstärkten Nutzung von Ölsanden, Schwerstölen und Erdgas-Kondensaten lasse sich die Produktion maximal bis 2035 weiter steigern, schrieben die Experten in einer Studie.