Berlin (dpa). Deutschlands Apothekenbesitzer sind überaltert. Bis 2020 wird etwa jeder dritte Apothekeninhaber im Rentenalter sein. Das geht aus Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hervor. Werden auch die angestellten Apotheker eingerechnet, ist in den nächsten zehn Jahren jeder Fünfte im Ruhestandsalter.

Ob damit eine Schließungswelle droht, will die Branche noch nicht einschätzen. Es heißt nur, dass der Verkauf bestehender Apotheken generell schwieriger werde. Die Apotheken-Lobby verweist dabei neben den Gesundheitsreformen, die den Umsatz drückten, auch auf den Ärzteschwund im ländlichen Bereich. Der nehme seit Jahren zu.

Die Apothekerkammer im Flächenland Niedersachsen etwa spürt diesen Trend eigenen Angaben zufolge merklich. Mindestens 70 Prozent der Erlöse in ländlichen Apotheken werden mit rezeptpflichtiger Arznei erwirtschaftet, berichtet der Verband. "Wandern die Ärzte ab, wird besonders den Apotheken auf den Dörfern und den schwach besiedelten Gebieten die Existenzgrundlage entzogen", sagt die Sprecherin der niedersächsischen Kammer, Anja Hugenberg.

Die ABDA sieht angesichts der überalterten Apothekerschaft beste Chancen für angehende Pharmazeuten. Deren Zahl liegt nämlich seit Jahren konstant bei 12 000 - begrenzte Laborplätze sind der Grund. Die Hürden für die begehrten Plätze sind hoch: Die Abinote für einen garantierten Studienstart (Numerus cclausus) musste im Wintersemester 2010/11 je nach Bundesland zwischen 1,1 und 1,5 liegen.

Trotz der blendenden Beschäftigungslage - deutschlandweit gibt es nur wenige hundert arbeitslose Apotheker - ist das Gehalt für angestellte Apotheker vergleichsweise gering. Nach dem langen Studium verdient die akademische Elite selbst in der höchsten Tarifstufe nur 3745 Euro. Angestellte Ärzte etwa haben da im Schnitt deutlich mehr.