Berlin (dpa). Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will fünf Konkurrenten der Deutschen Bahn (DB) in der kommenden Woche erneut bestreiken. Das kündigte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky gestern in Berlin an.

Zuletzt hatte die GDL die DB-Konkurrenten am Donnerstag und Freitag vergangener Woche zwei ganze Tage lang bestreikt. Die Eurobahn des Unternehmens Keolis mit Strecken in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen soll nicht in den Streik einbezogen werden, sagte Weselsky. Mit Keolis werde die GDL Montag verhandeln.

Der monatelange Tarifkonflikt um die 20000 Lokführer bei der Deutschen Bahn steht indes kurz vor einer Lösung. Die Bahn (DB) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kamen sich gestern in der 13. Verhandlungsrunde in Berlin deutlich näher. Für Dienstag ist die Abschlussverhandlung in Frankfurt geplant, wie beide Seiten nach achtstündigen Gesprächen am Abend mitteilen. Bei der Deutschen Bahn wird es auf jeden Fall bis Dienstag keinen Streik geben.

Weselsky sagte, das bis gestern erreichte Zwischenergebnis sei so weitgehend, dass ein Abschluss am Dienstag möglich sei. Ein Teil der GDL-Forderungen sei erfüllt worden. "Wir haben einen Rahmentarifvertrag, der fertig ist. Wir haben im Haustarifvertrag noch einige Eckpunkte, die der Abschlussverhandlung vorbehalten sind", berichtete der GDL-Chef. So sei die Laufzeit des Lokführer-Tarifvertrages noch offen.

Die GDL fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für die 26000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr - egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung ist eine Angleichung der Einkommen auf das Niveau der DB plus fünf Prozent Aufschlag.