Unternehmen suchen Mitarbeiter, Studenten suchen Arbeit. Doch beide kommen nicht zusammen, weil der eine Kompetenzen fordert, die der andere (noch) nicht hat. Das Projekt Connect der Arbeit und Leben Bildungsvereinigung Sachsen-Anhalt will nun die Verbindung herstellen.

Magdeburg. Einige Studenten und Unternehmen haben sich bei dem jungen Connect-Team - Skadi Lückerath, Dominik Frisch und Jessika Manske - in Magdeburg schon gemeldet. Bis im Juni der erste Durchgang mit Blockseminaren, Erfahrungsaustauschen und betriebsbezogenen Projekten startet, rechnen die drei Projektreferenten mit weiteren Interessenten: Es müsse sich nur erst herumsprechen, dass es diesen vom Land Sachsen-Anhalt, vom Europäischen Sozialfonds und von der Otto Brenner Stiftung "Neue Länder" geförderten Brückenschlag zwischen Firmen und Nachwuchskräften gibt. Informationen dazu können per E-Mail (manske@arbeitundleben.org) oder per Telefon (0391/623 49 75) eingeholt werden.

"Mehrere Unternehmen aus dem Bereich Softwareentwicklung suchen händeringend Leute für den Vertrieb ihrer Produkte. Dabei handelt es sich um größere Aufträge. Sie bekommen aber keine Bewerber", erklärt Jessika Manske. Seien Informatiker nicht verfügbar, könnten aber auch Quereinsteiger aus anderen Studiengängen mit Wissensvermittlung und Training für das gewünschte Aufgabenfeld fit gemacht werden, wenn Wirtschaft und Bewerber bereit dazu seien. Ein Unternehmen wolle über Connect nun gern einen Betriebswirtschaftler einstellen, der für ein längst in der Schublade liegendes Software-Produkt eine Leitlinie für die Vermarktung erarbeiten solle, zeigte Manske ein Beispiel auf.

Mehr als 70 Prozent der Akademiker kehren Sachsen-Anhalt nach Studienabschluss den Rücken zu, um in anderen Bundesländern ihr Karriereglück zu finden. Diesen massiven Fachkräfte- und Kompetenzverlust zu reduzieren, hat sich das Connect-Team zur Aufgabe gemacht.

In Blockseminaren gibt es drei Monate lang bei Arbeit und Leben wichtiges Rüstzeug für den Einsatz im Unternehmen. Dafür werden externe Dozenten engagiert. Schwerpunkte sind unter anderem das Projekt-, Innovations- und Wissensmanagement sowie die Kommunikation und Moderation. In einem betriebsbezogenen Projekt, das innerhalb der Praktikumsphase des Studiums geplant und umgesetzt werden soll, setzen die Studenten ihr Wissen um. Der Austausch von Erfahrungen und das Knüpfen von Netzwerken seien weitere wichtige Bausteine im Brückenschlag-Projekt, informiert Skadi Lückerath.

"Mit dem ersten Durchlauf wollen wir im Juni in Magdeburg beginnen", sagt Dominik Frisch. Auch Stendal und Halle seien als Seminarstandorte vorgesehen. "Dazu suchen wir noch motivierte Studenten und auch Unternehmen, die unser Projekt beleben wollen." Neben dem Transfer frischen akademischen Wissens in die Betriebe gehe es aber auch darum, die Erfahrungen der älteren Mitarbeiter zu erhalten und beides miteinander zu verbinden.

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