Magdeburg. Nach der Entlassung der 182 Mitarbeiter des Magdeburger Faserplattenwerks Varioboard wird in einer konzertierten Aktion von Land, Stadt und Jobvermittlern Schadensbegrenzung angestrebt. Schon gestern waren 16 Mitarbeiter der Magdeburger Arbeitsagentur in der Firma.

"Wir wollen so vielen wie möglich ohne Übergang in die Arbeitslosigkeit eine Stelle vermitteln", erklärte Geschäftsführer Lutz Bartel gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Bei allen werde das nicht gelingen, aber in einer ganzen Reihe von Berufen seien die Chancen gut, sagte er weiter.

Die Werksschließung hatte der geschäftsführende Gesellschafter der Varioboard GmbH, Wilhelm Taubert, offenbar über Nacht entschieden. Er habe die Notbremse gezogen, weil es angesichts weiterer zu erwartender Verluste wirtschaftlich so nicht mehr weitergegangen wäre, sagte er in einem Volksstimme-Gespräch. In Insolvenz wird Taubert nicht gehen. Er schließt das Werk. Die Maschinen und Anlagen werden gesäubert und "konserviert", damit sie mit minimalem Aufwand wieder in Betrieb genommen werden können. Einen Verkauf des Werks beziehungsweise der Anlagen schließt Taubert aber nicht aus.

Varioboard hatte 1999 in Magdeburg mit der Produktion von mitteldichten und hochdichten Faserplatten begonnen. Zunehmende Rohstoffknappheit, ausländische Konkurrenz und zuletzt die Weltfinanzkrise habe laut Taubert jetzt zum Aus geführt. Zwischen 2008 und 2010 seien die Erlöse drastisch gesunken.

Nach der Konservierung soll das Werk von Sicherheitskräften bewacht werden. Derzeit erledigen Mitarbeiter Restaufträge. Die Kündigungsfristen werden eingehalten, die Lieferanten bezahlt, erklärte der Geschäftsführer.