Essen (dpa). E.ON-Vorstandschef Johannes Teyssen hat auf der Hauptversammlung des größten deutschen Energiekonzerns ein Plädoyer für die Atomkraft abgelegt. Es könne nicht darum gehen, die Brücke der Kernenergie zu verkürzen oder zu verschmälern, sagte er vor rund 4000 Aktionären gestern in Essen. Jede Alternative zum Energiekonzept der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr werde Nachteile haben. Wer die Brücke jetzt nicht mehr wolle, der könne auch keine Maut dafür verlangen, sagte er mit Blick auf die Brennelementesteuer. Atomkraftgegner nutzten das Treffen für Proteste und empfingen die Aktionäre mit Plakaten und Trillerpfeifen.

Noch für eine beachtliche Zeit würden Atommeiler sowie auch die Flotte von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen von E.ON zu einer sicheren, umweltverträglichen und wirtschaftlichen Energieversorgung beitragen, sagte Teyssen. E.ON habe aber in Folge der Reaktorkatastrophe in Japan Verständnis dafür, dass die Regierung eine Denkpause verordnet habe. "Wir beteiligen uns ohne Klagedrohungen an dem öffentlichen Diskurs während des dreimonatigen Moratoriums." Auch im Lichte der Erkenntnisse aus Japan genügten die Atomkraftwerke von E.ON den höchsten Sicherheitsansprüchen.

E.ON ist in Deutschland mit sechs Kernkraftwerken und mehreren Beteiligungen an weiteren Anlagen der größte Atomkraftbetreiber. Rund 45 Prozent der gesamten Stromerzeugung kommen in Deutschland aus der Kernenergie.