Köln (dpa). Mit dem geplanten milliardenschweren Verkauf der US-Mobilfunktochter wirft die Telekom schweren Ballast von Bord. Die Aktionäre applaudieren und wollen wissen: Wie geht\'s weiter und was machen Sie mit dem Geldsegen, Herr Obermann?

Telekom-Chef René Obermann rechnet fest mit einer Genehmigung des geplanten milliardenschweren Verkaufs der US-Tochter. Der Wettbewerb dort sei äußerst intensiv, in den meisten Märkten könnten die Kunden zwischen fünf und mehr Anbietern wählen, begründete er gestern in Köln auf der Hauptversammlung seine Zuversicht. Im März hatte der Bonner Riese den Verkauf seiner Mobilfunktochter an AT&T zum Preis von 39 Milliarden US-Dollar angekündigt und damit schweren Ballast von Bord geworfen.

Die Erlöse aus dem Verkauf von T-Mobile USA will Obermann vor allem in den Schuldenabbau und den Rückkauf von eigenen Aktien stecken. Eine niedrigere Verschuldung werde auch die T-Aktie attraktiver machen, heißt es bei der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Seit Ankündigung des Verkaufs habe sich die Marktkapitalisierung um mehr als 7 Milliarden Euro erhöht. Für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen die Anteilseigner 0,70 Euro Dividende erhalten. Das sind 8 Cent weniger als ein Jahr zuvor. 2010 hatte die Telekom mit 250000 Beschäftigten 62,4 Milliarden Euro Umsatz erzielt und einen Überschuss von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.