Bitterfeld-Wolfen (dpa). Nach einem enttäuschenden Jahresauftakt hat das Solarunternehmen Q-Cells (Bitterfeld-Wolfen) seine Jahresgewinn-Prognose kassiert. Aussagen über das operative Ergebnis im laufenden Jahr könnten derzeit nicht gemacht werden, teilte das Unternehmen gestern mit. "Trotz der Ereignisse in Fukushima und der in Deutschland intensiv geführten Diskussion über eine Energiewende zeigen sich kurzfristig keine strukturellen Änderungen auf den internationalen Solarmärkten", sagte Vorstandschef Nedim Cen. Im ersten Quartal rutschte Q-Cells sogar wieder tief in die roten Zahlen. Unterm Strich stand ein Verlust von 41 Millionen Euro.

2010 hatte sich der Solarproduzent nach den vorangegangenen Einbrüchen bereits wieder in die Gewinnzone gearbeitet. Der Umsatz brach nun im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte auf 125,1 Millionen Euro ein. Analysten hatten mit roten Zahlen gerechnet, allerdings fiel das Ergebnis nun noch schlechter als befürchtet aus.

Schwer zu schaffen macht Q-Cells die schwache Nachfrage auf den wichtigen europäischen Märkten in Deutschland, Frankreich und Italien. Das hätten andere Märkte wie Nordamerika und Asien nicht kompensieren können. Die Branche steht generell unter Druck, da immer neue Solarfabriken in Asien in Betrieb gehen und die Preise für die Rohstoffe Silber und Silizium hoch sind. Q-Cells hofft auf einen Nachfrageboom in der zweiten Jahreshälfte.