Bis zu 40 Tonnen Mineralfutter und Vormischungen für Schweine, Pferde, Rinder, Schafe und Legehennen produziert das neue Vilomix-Werk in Haldensleben täglich. Der Betrieb auf dem ehemaligen Grundstück des Zuckerkombinats ist neben Neuenkirchen-Vörden und Hessisch Oldendorf (beide Niedersachsen) der dritte Standort der Vilomix-Kette in Deutschland.

Haldensleben. Als einen "schönen Tag für die Stadt Haldensleben" bezeichnete Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) den gestrigen 13. Mai. Am Vormittag nahm die Geschäftsführung der Deutschen Vilomix Tierernährung GmbH den Betrieb an ihrem dritten Standort in Deutschland offiziell auf. Produziert werden auf dem ehemaligen Gelände des Zuckerkombinats an der Hafenstraße Mineralfutter und Vormischungen für die Fütterung von Ferkeln, Schweinen, Rindern, Pferden, Schafen und Legehennen.

Asbjörn Börsting, Vorstandsvorsitzender des dänischen dlg-Konzerns, zu dem auch Vilomix gehört, zu den Gründen, einen weiteren Standort in Haldensleben aufzubauen: "Unsere zwei Standorte waren an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Wir haben uns bewusst für Haldensleben entschieden, weil die Stadt verkehrsgünstig gelegen ist und wir hier nah an unseren Kunden sein können."

Zu dem Konzern gehören neben Vilomix zwölf weitere Betriebe in ganz Europa, eine Firma in Frankreich steht kurz vor der Übernahme durch die dlg.

Gemischt werden die bis zu 30 Komponenten für die Vilomix-Produkte - von Kalk über Melasse bis zu Vitaminen - nach eigenen Rezepten und entsprechend den Bedürfnissen der Kunden. Produktionsleiter Detlev Lauhut: "Je nachdem ob der Kunde sich von der Fütterung Schweine mit viel Fleisch oder wenig Fett verspricht, passen wir die Mischungen an." Zudem könnten die Mixturen auch gegen Haltungsprobleme wie Kannibalismus unter Mastschweinen wirken. "Unsere Außendienst-Experten lassen sich von den Kunden genau erklären, was sie sich vom Futter versprechen", so Lauhut.

Der erste Spatenstich für das Futtermittelwerk war bereits 2009 erfolgt. Die 16 000 Qua-dratmeter Grundfläche bieten laut Vilomix-Geschäftsführer Andreas Dreishing noch Möglichkeiten zum Ausbau. Derzeit plant Vilomix, in Haldensleben pro Jahr 20 000 Tonnen Futtermittel herzustellen. Laut Detlev Lauhut sind es derzeit rund 25 Tonnen täglich, möglich sind bis zu 40. 7,5 Millionen Euro waren in den Bau geflossen, unterstützt aus Mitteln des europäischen Strukturfonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Branche nahm 2010 fünf Milliarden Euro ein

Michael Richter, Staatssekretär im Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium, zeigte sich erfreut, dass dieses "für die Region wichtige Projekt" finanziell unterstützt werden konnte, machte in seinen Grußworten aber auch deutlich: "Wir müssen uns darauf einstellen, zukünftig mit weniger Fördermitteln auszukommen."

Ernährungswirtschaft sei laut Richter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Sachsen-Anhalt. 2010 verzeichnete die Branche landesweit einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro und bietet 17 600 Angestellten einen Arbeitsplatz. In Haldensleben arbeiten 15 Männer und Frauen im Zwei-Schicht-Betrieb für Vilomix. In der Produktion tätig sind lediglich sieben von ihnen. Lauhut: "Den Rest übernehmen Maschinen und Roboter."

Die in Haldensleben hergestellten Produkte dienen nicht als Alleinfuttermittel, sondern werden dem Futter beigemischt.