Das sachsen-anhaltische automobile Netzwerk "MAHREG Automotive" sieht die Branche beim Thema Elektromobilität gut aufgestellt. Die Stärken der hiesigen Autozulieferer würden insbesondere im Werkstoffbereich, speziell im Leichtbau-Segment, liegen, sagte MAHREG-Vorsitzender Jürgen Ude im Volksstimme-Gespräch.

Magdeburg. Die Autozulieferer in Sachsen-Anhalt sind beim Thema Elektromobilität mit von der Partie. Zwar werden hierzulande keine Autos gebaut, viele Werkstoffe und Baugruppen dafür aber werden von einheimischen Autozulieferern an die Bänder von VW, Opel und Co. geliefert. Hier sieht die Branche die Chance, auch künftig automobile Trends mitbestimmen zu können. "Das Elektroauto darf nicht nur auf den Antrieb reduziert werden", sagt der Vorsitzende des sachsen-anhaltischen automobilen Netzwerks "MAHREG Automotive", Jürgen Ude, im Volksstimme-Gespräch. "Ohne Leichtbau geht es nicht."

Gerade auf diesem Gebiet sieht Ude die Stärken der hierzulande 250 Betriebe der Automobilsparte und ihren insgesamt fast 20000 Beschäftigten. "Hier sind die Unternehmen sehr gut aufgestellt." Als Beispiele nennt Ude Unternehmen wie Trimet in Harzgerode, Nemak und KSM in Wernigerode, IFC Composite in Haldensleben oder das Kunststoffverarbeiter-Netzwerk Polykum, wo neue leichte Werkstoffe etwa in Kombination aus Metallen und Kunststoffen oder Faserverbünden entwickelt und zur Serienreife gebracht würden. Auf diese Weise seien die Unternehmen mit den großen Automobilbauern vernetzt und in deren Zukunftsprojekte eingebunden. Zudem werde im Herbst an der Otto-von-Guericke-Universität in einem neuen Gebäude des Forschungsinstituts für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) ein Komplexprüfstand unter anderem für Elektroantriebe in Betrieb genommen, auf dem aber auch komplette Fahrzeuge getestet werden könnten.

Eine Vorreiterrolle nehme Sachsen-Anhalt auf dem Gebiet der Brennstoffzelle ein. Hier habe sich beispielsweise das Barleber Unternehmen FuelCon mit seinen Prüfständen für Brennstoffzellen-Systeme international einen Namen gemacht, sagte Ude. Mit der Kombination aus Leichtbauwerkstoffen, der Brennstoffzellen-Prüftechnik verfüge Sachsen-Anhalt über ein starkes zukunftsfähiges Potenzial.

Um dieses weiter zu fördern, soll eine für Sachsen-Anhalt bisher einzigartige "Landesinitiative Elektromobilität und Brennstoffzelle" ins Leben gerufen werden. Ziel ist es, Schwächen und Stärken der Autozulieferer und der wissenschaftlichen Einrichtungen im Land auf dem Zukunftsfeld auszumachen und für die kommenden drei bis vier Jahre Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit und deren öffentlicher Unterstützung mittels spezieller Anreizprogramme herauszuarbeiten. Die Analyse der Potenziale hat im Auftrag des Wirtschaftsministeriums das Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg übernommen. Starten soll die Initiative im Herbst.