Magdeburg (ts). Angesichts der vor einem Jahr unterzeichneten "Vereinbarung zur gezielten Förderung und Aktivierung von Bedarfsgemeinschaften mit Kindern" in Sachsen-Anhalt haben gestern die Landesregierung, die Bundesagentur für Arbeit und der Landkreistag Sachsen-Anhalt in Magdeburg eine Bilanz gezogen.

Danach verringerte sich die Anzahl der Familien, in denen beide Elternteile arbeitslos sind, um etwa 42 Prozent. Waren vor einem Jahr in der Zielgruppe rund 4000 Partner-Bedarfsgemeinschaften arbeitslos, sind es derzeit nur noch 2330. Ziel war, in den betroffenen rund 4000 Familien zumindest einem Elternteil ein Beschäftigungsangebot zu machen. "Es ist erfreulich, dass unsere gemeinsamen Anstrengungen Erfolg hatten", sagte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU). Jetzt komme es darauf an, die erfolgreiche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt zu verstetigen und die Arbeitslosenquote im Land weiter zu senken.

"Die gemeinsamen Anstrengungen von Land, Arbeitsagentur und Kommunen haben Früchte getragen", ergänzte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU). "Jedes Kind muss erleben, dass mindestens ein Elternteil zur Arbeit geht."

Für den Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, ist die Kooperation ein gutes Beispiel, wie die Träger der Grundsicherung eines Landes an einem Strang ziehen können. "Arbeit muss auch in diesen Familien wieder zur Normalität werden", sagte er. Angesichts des anstehenden Fachkräftemangels müsse man verhindern, dass Kinder aus arbeitslosen Familien später selbst Probleme haben, ins Berufsleben einzusteigen.

Die Familien wurden unter anderen durch spezialisierte Fallmanager betreut. Durch die gezielte Ansprache von Arbeitgebern konnten freie Arbeitsplätze akquiriert werden, die auf die besonderen Belange von arbeitslosen Familien mit Kindern zugeschnitten sind.