Berlin/Düsseldorf (dpa). Ringen um die WestLB und kein Ende: Der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassen haben einen Sanierungsplan mit drei Varianten nach Brüssel geschickt. Bei den EU-Wettbewerbshütern sorgen sie damit für Verwunderung.

Die einst größte deutsche Landesbank WestLB steht vor einer Schrumpfkur. Als wahrscheinlichstes Zukunftsmodell zeichnet sich nach der Grundsatzeinigung von Bund, Land und Sparkassen eine deutlich verkleinerte Verbundbank ab. Wie der radikale Umbau der schwer angeschlagenen Landesbank finanziert werden soll, ist offenbar noch nicht geklärt.

Die Sparkassen-Zentralbank ist Teil des Umbaukonzepts, das Deutschland am späten Dienstagabend bei der EU-Kommission einreichte. Das Konzept für die derzeit noch drittgrößte deutsche Landesbank enthält die drei Varianten Verkleinerung, Verkauf und Verbundbank.

In der EU-Kommission sorgten die Vorschläge für Verwunderung: Aus Kreisen der EU-Wettbewerbshüter verlautete, es sei sehr ungewöhnlich, dass mehrere Alternativen für die Restrukturierung eines Unternehmens vorgelegt würden. Die Bundesregierung habe das Problem nun nach Brüssel abgewälzt.

Mit weniger als einem Viertel der bisherigen Bilanzsumme von 210 Milliarden Euro würde die Verbundbank Dienstleistungsaufgaben für die rund 100 NRW-Sparkassen übernehmen. Dies dürfte zu einem drastischen Personalabbau bei der WestLB führen, die derzeit noch etwa 5000 Mitarbeiter hat, davon etwa ein Drittel im Ausland. Den nötigen Kapitalbedarf von 1 bis 1,2 Milliarden Euro würde ausschließlich die Sparkassen-Gruppe übernehmen, hieß es weiter.

Nach dem in Brüssel vorgelegten Modell sollen die größeren Teile der WestLB und ihrer Geschäftsfelder verkauft oder auf die Bad Bank übertragen werden. In dieser Abwicklungsanstalt lagern bereits Papiere und Aktivitäten im Wert von 77 Milliarden Euro.