Wolfsburg (dpa). Nach dem Bestjahr 2010 gönnt sich Volkswagen keine Verschnaufpause. Volkswagen will den Schwung beibehalten und im Eiltempo an die Weltspitze in der Autobranche fahren. Schon in diesem Jahr seien neue Bestmarken bei Absatz, Umsatz und Gewinn möglich, sagte Konzernchef Martin Winterkorn gestern bei der Vorstellung der Bilanz in Wolfsburg. "2011 dürfte ein gutes Jahr werden – für die Autoindustrie und für Volkswagen."

Neben dem Konzerngewinn von 7,2 Milliarden Euro und insgesamt mehr als sieben Millionen verkauften Fahrzeugen fuhr zuletzt auch die Kernmarke VW ein kräftiges Plus ein. Das operative Ergebnis stieg im vergangenen Jahr fast um das Vierfache auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Erstmals wurden über 4,5 Millionen Personenwagen ausgeliefert. "VW-Pkw ist die Speerspitze bei der globalen Entwicklung des Konzerns", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Sie sei als Schrittmacher für neue Technologien wie Elektroautos unverzichtbar.

Winterkorn sprach mit Blick auf das Gesamtunternehmen von einem "Blitzstart" ins neue Jahr. Weltweit gingen allein im Januar und Februar bereits 1,2 Millionen Autos der neun Konzernmarken an die Kunden – 17,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Europas größter Autobauer ist zuversichtlich, rasch weitere Bestmarken zu erreichen. Bis spätestens 2018 wollen die Wolfsburger Toyota als Weltmarktführer ablösen.

Wachstumstreiber bleibt vor allem das Geschäft in Asien. In China überschritt die Zahl der Auslieferungen im vergangenen Jahr die Marke von 1,9 Millionen Autos. Das waren etwa 37 Prozent mehr als 2009. Der Konzernumsatz stieg um über ein Fünftel auf 126,9 Milliarden Euro. Auch weitere Zukäufe nach der Übernahme der Porsche-Handels-Holding scheinen möglich; VW hat mehr als 18 Milliarden Euro in der Kasse. Die Aktionäre haben Aussicht auf eine Dividende von 2,20 Euro je Stamm- und 2,26 Euro je Vorzugsaktie.

Mit rund 3,3 Milliarden Euro war die Ingolstädter Tochter Audi besonders stark am Gesamtgewinn beteiligt. Die tschechische Marke Skoda verbesserte ihr operatives Ergebnis um das Doppelte auf 447 Millionen Euro. Die Luxuslimousinen von Bentley und die Modelle der Tochter Seat sorgten dagegen weiter für rote Zahlen.

Der ins Stocken geratene Zusammenschluss von Volkswagen und Porsche steht nach Ansicht Winterkorns nicht zur Diskussion. Die Vorbereitungen zur Eingliederung des Stuttgarter Sportwagenbauers lägen "voll im Plan" – trotz der Untreue-Vorwürfe gegen die frühere Porsche-Spitze und komplizierter Steuerfragen.