Bernburg (dpa). Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat einen effizienteren Einsatz von Rohstoffen in Biogasanlagen gefordert. Angesichts der ständig sinkenden Ackerfläche gewinne der optimale Einsatz von Mais, Zuckerrüben und Silage zur Erzeugung von Energie immer mehr an Bedeutung, sagte der Minister gestern auf einer Expertentagung in Bernburg. Grundsätzlich setze Sachsen-Anhalt auf Biogasanlagen, da sie zum Klimaschutz beitragen. Außerdem schafften sie Arbeitsplätze auf dem Land. Derzeit seien in Sachsen-Anhalt 226 Biogasanlagen in Betrieb oder im Bau.

In Biogasanlagen werden Pflanzen, aber auch Abfälle aus der Ernährungswirtschaft und Gülle mit Hilfe von Mikroorganismen vergoren. Aus dem dadurch entstehenden Biogas wird dann Strom und Wärme gewonnen.

Auf der Tagung berieten etwa 120 Experten, mit welchen Möglichkeiten Biogasanlagen optimaler betrieben werden können. Das könne zum Beispiel durch eine bessere Vorbehandlung der eingesetzten Rohstoffe gelingen, sagte Heike Schimpf von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Bernburg. Auch mit technischen Veränderungen an den Anlagen sei ein effizienteres Betreiben möglich.

Nach Angaben des Fachverbandes Biogas (Freising) gibt es derzeit 5800 Biogasanlagen in Deutschland, in denen 17 000 Menschen arbeiten. 4,3 Millionen Haushalte in Deutschland wurden im Jahr 2010 mit Strom aus Biogas versorgt, im Jahr davor waren es 3,5 Millionen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums haben Biogasanlagen dazu beigetragen, dass sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der deutschen Stromversorgung 2010 weiter erhöht hat. Er lag bei rund 17 Prozent und damit einen halben Prozentpunkt höher als 2009.