Der AMU Verband selbständiger Frauen in Sachsen-Anhalt wird am 6. Mai im Magdeburger Gesellschaftshaus Sachsen-Anhalts Unternehmerin 2011 auszeichnen. Die Volksstimme stellt erfolgreiche Geschäftsfrauen vor, heute Cornelia Heidrich, Geschäftsführerin des Unternehmens Pflege mobil Cornelia Heidrich in Wolfen.

Von Bettina Koch

Bitterfeld-Wolfen. Cornelia Heidrich und ihr Leitungsteam sind im Planungsfieber: An der Goitzsche soll ein neues Pflegeheim entstehen – eins mit Atmosphäre und wo Respekt und menschliche Wärme zu Hause sind. "Ich bin schon ein paar mal auf dem Grundstück gewesen und habe es auf mich wirken lassen. In meinem Kopf ist alles fertig", schwärmt die Chefin. 40 bis 50 Pflegeplätze soll das Haus bieten. Vorn der See mit Strand, hinten Wald, unten eine Lobby wie im Hotel. Draußen gibt es eine Terrasse und Gartenmöbel.

Funktionieren soll das Heim nach dem Prinzip von Wohngemeinschaften. Jeder bringt seine eigenen Möbel und persönlichen Dinge mit, jeder Wohnbereich bekommt Bäder und eine kleine Küche. Dass die Bewohner in familiärer Atmosphäre und so selbstbestimmt wie möglich leben können, ist das Ziel, und so wird es auch seit Jahren schon in den betreuten Wohngemeinschaften des Unternehmens praktiziert.

Cornelia Heidrich hat Pionierarbeit geleistet, als sie mit der WG Fuhneblick in Bitterfeld-Wolfen die erste betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gründete. Der Besuch einer ähnlichen WG in Berlin hatte sie fasziniert, nicht mehr losgelassen und für ihre berufliche Selbständigkeit inspiriert. Die Wohnungs- und Baugesellschaft hat dafür einen ehemaligen Kindergarten umgebaut. Die neun Bewohner sind Mieter, die Pflegekräfte ihre Familie. "Angehörige sind jederzeit gern gesehen und können dort übernachten", erzählt die Chefin.

Gestartet ist die gelernte Krankenschwester 2004 mit einem Mitarbeiter und einem Patienten. Inzwischen ist die Mannschaft auf 100 Mitarbeiter gewachsen, mit dem neuen Heim werden weitere hinzukommen.

Das Pflege-mobil-Team betreut in der häuslichen Kranken- und Seniorenpflege sowie in der häuslichen Kinderkrankenpflege, in acht Wohngemeinschaften und in der Tagespflege insgesamt 250 Patienten. Hinzu kommt die Kurzzeitpflege mit 13 Betten.

"Die Mitarbeiter müssen jeden Tag daran denken, die Patienten so zu betreuen, wie sie selbst betreut werden möchten. Wer hier arbeitet, muss fachlich qualifiziert sein, soziale Kompetenz und das Herz auf dem rechten Fleck haben", sagt Heidrich. Nicht eines davon dürfe fehlen. "Die Patienten, die uns gewählt haben, können erwarten, dass wir sie erstklassig versorgen", so die Chefin weiter. Das hat sich herumgesprochen – für die betreuten Wohngemeinschaften gibt es Wartelisten.

Eine logistische Meisterleistung steht wieder für den jährlichen Sommerurlaub an: Mit allen WG-Bewohnern, die möchten, geht es Ende August für fünf Tage in den Urlaub. Eine ausreichende Anzahl Pfleger kommt mit. Es werden Höhepunkte wie Bootsausflug, Grillabend und Kegeln organisiert. Es müssen nicht nur die Koffer der Patienten gepackt werden, auch die Medikamente, Pflegemittel, Rollatoren und Rollstühle müssen mit in den Bus. "Für die Mitarbeiter ist es anstrengend, aber die Patienten sind so glücklich, da bekommt man sehr viel zurück", sagt die Chefin.

"Im vorigen Jahr hat es allen in Seebeck bei Berlin so gut gefallen, dass wir dort wieder hinfahren", erzählt Cornelia Heidrich. Sie selbst wird nur einen Tag dabei sein. "Sonst türmt sich zuviel auf im Büro", sagt sie.

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