Der erste Freilandspargel in Sachsen-Anhalt soll in dieser Woche geerntet werden. Im Spargelhof Heinl in Goldbeck (Landkreis Stendal) kann das Gemüse bereits Ende März auf sechs Hektar gestochen werden, weil es auf beheizten Flächen heranwächst.

Goldbeck/Magdeburg (dpa). Für die Bodenheizung sind Leitungen gelegt worden, durch die Abwärme aus einer benachbarten Biogasanlage strömt, berichtete der Chef des Hofs, Klaus Heinl. Der Spargel werde hauptsächlich in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg verkauft, aber auch nach Berlin geliefert.

Die Pflanzen hätten wegen des harten Winters keinen Schaden genommen. Er erwarte eine gute Qualität der Stangen.

Die "normale" Spargelernte beginnt in Sachsen-Anhalt in der zweiten und dritten Aprilwoche. Mit 1000 Hektar ist die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleichgeblieben, wie das Agrarministerium mitteilte. Zurzeit bauen 95 Betriebe das Edelgemüse in Sachsen-Anhalt an. Hauptsächlich gedeiht es in der Altmark, im Jerichower Land, in der Region um Zerbst und im Raum Wittenberg.

Auch in der Agrargenossenschaft Hohenseeden (Jerichower Land) wird die Spargelernte Mitte April beginnen. "Zu den erwarteten Erträgen kann ich noch nichts sagen, es ist noch zu früh", sagte der Vorsitzende der Agrargenossenschaft, Martin Rumschüssel. Die Genossenschaft ist mit 160 Hektar einer der größten Spargelanbauer in Sachsen-Anhalt.

In Sachsen-Anhalt wird das Stangengemüse seit dem 18. Jahrhundert angebaut. Die Spargelernte endet traditionell am Johannistag, dem 24. Juni. Im vergangenen Jahr fuhren Sachsen-Anhalts Bauern die magerste Spargelernte seit zehn Jahren ein. Auf den 1000 Hektar wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Halle 3900 Tonnen des Gemüses gestochen, das war ein Fünftel unter dem langjährigen Durchschnitt. Ursachen waren der harte Winter und Spätfröste.