Unternehmen der Kranindustrie haben sich im Magdeburger Ratswaagehotel über neue Trends in der Branche informiert. Universität und Fraunhoferinstitut stellten zudem aktuelle Forschungsergebnisse vor. Der Fachkongress findet jährlich abwechselnd in Dresden, Bochum und Magdeburg statt.

Magdeburg. Etwa 190 Experten waren der Einladung des Institutes für Logistik und Materialflusstechnik der Magdeburger Universität und des Fraunhoferinstitutes zur Kranfachtagung gefolgt. "Wir freuen uns, dass die Tagung von vielen Unternehmen angenommen wird, die sich hier Anregungen für die Praxis holen", sagte Dr. Peter Horn, der im Auftrag des Institutes die Fachtagung organisiert hatte.

Unter den Gästen waren zum Beispiel Vertreter verschiedener Häfen, aber auch regionale Unternehmen wie die Magdeburg Lehnert Regelungstechnik GmbH, die elektronische Komponenten zur Steuerung von Kränen vermarktet. Kranbau Köthen informierte über ein spezielles Sicherheitsverfahren zur Nachbehandlung von Schweißnähten an Kränen. Die Tarakos GmbH aus Magdeburg zeigte neue Möglichkeiten der 3D-Visualisierung, die bei Umschlagarbeiten die Sicherheit von Waren und Menschen erhöhen sollen.

16 Unternehmen gestalteten im Foyer des Tagungssaales eine Fachausstellung. So zeigte dort die Firma Cargolifter in einer Modellanordnung, wie in Zukunft gasgefüllte Ballons schwere, sperrige Güter wie zum Beispiel Rotorblätter von Windkraftanlagen bis in große Höhen transportieren können.

Ganz im Zeichen des "Galileo"-Testfeldes im Magdeburger Wissenschaftshafen stand ein Vortrag bereits am Vorabend der Tagung. Prof. Klaus Richter vom Fraunhoferinstitut führte in das Projekt ein. In einer ehemaligen Speicherhalle erforschen Wissenschaftler dort derzeit in einem Versuchsaufbau, wie sich Logistikströme und Umschlagarbeiten über drahtlose Informationssysteme optimieren lassen.

Unter den Vorträgen waren mehrere, die sich mit Sicherheitsfragen beschäftigten. Von aktueller Brisanz waren dabei Ausführungen von Bela Kulcsar, Professor an der Technischen Universität in Budapest. Die Ungarn haben sich mit seismischen Belastungen an Kranen in nuklearen Räumen beschäftigt. Gemeint sind Krananlagen, die in abgeschlossenen Sicherheitsbereichen von Atomkraftwerken Dienst tun und dort nur selten gewartet werden können. Der slowakische Experte Juraj Sinay stellte Forschungsergebnisse vor, die untersucht haben, wie menschliche Fehler bei Kranfahrern verringert werden können.

Die Kranfachtagung war bereits die 19. ihrer Art. Sie wird seit 1993 abwechselnd von der Universität Magdeburg, der Technischen Universität Dresden und der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet. Für den Maschinenbaustandort Magdeburg ist sie eine wichtige Schnittstelle zwischen Forschung und dem anwendungsorientierten Interesse der hiesigen Logistikbranche.