Duisburg/Frankfurt (dpa). Die Japan-Katastrophe wird das Wachstum des weltweiten Autoabsatzes um knapp eine Million Autos verringern, prognostizierte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Nach seiner gestern veröffentlichten Studie wird aber ein neuer Rekord erreicht: 2011 werden mit 62,1 Millionen Pkw 5,4 Prozent oder 3,188 Millionen Autos mehr abgesetzt als im Vorjahr. "Der Weltautomarkt erhält durch Japan eine kleine Delle, der weltweite Wachstumskurs gerät aber nicht aus den Fugen", urteilte Dudenhöffer.

Die Verkäufe in Japan würden als Nachwirkung der Naturkatastrophe gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Millionen Neuwagen oder 26 Prozent sinken. Dieser Einbruch werde aber durch Zuwächse in den USA, China, Russland, Indien und Deutschland überkompensiert: "Die Auswirkungen der Naturkatastrophe in Japan bleiben über das Gesamtjahr 2011 im Wesentlichen auf Japan konzentriert." Allerdings stehe der Automarkt im hochverschuldeten Japan vor einer Rezession: "Da der japanische Automarkt zu 95 Prozent von japanischen Autobauern bedient wird, verlieren fast ausschließlich die japanischen Autobauer Verkäufe."

Marktführer Toyota werde besonders hart getroffen. Zwar liefen derzeit bei einigen Autobauern die Bänder wegen Engpässen bei der Lieferung von Elektronikteilen aus Japan langsamer, selbst Kurzarbeit könne nicht ausgeschlossen werden: "Aber in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 bleibt Raum, um die Produktionseinbußen außerhalb von Japan wieder aufzuholen." Im Mai werden die Lücken der Zulieferketten wieder geschlossen sein – einerseits durch Japan-Lieferungen und zum anderen durch Lieferungen aus anderen Ländern, glaubt Dudenhöffer: "Die Chinesen und Koreaner warten nur darauf, bei Elektronikbauteilen einspringen zu können."