Frankfurt/Main (dpa). Deutschlands Mittelständler lassen sich ihre gute Stimmung nicht nehmen. Nach dem Allzeithoch im Februar sanken die Erwartung auf gute Geschäfte in den kommenden Monaten im März leicht, wie die KfW-Bankengruppe in Frankfurt/Main mitteilte. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzten die Mittelständler im März aber nochmals besser ein als im Vormonat.

Nach dem von KfW und Ifo Institut veröffentlichten Mittelstandsbarometer zeigen sich die Unternehmen vorerst unbeeindruckt von den gestiegenen konjunkturellen Risiken wie der Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan, dem militärischen Konflikt in Libyen sowie der labilen politischen Lage in anderen arabischen Ländern. Das Geschäftsklima bleibt weiterhin gut.

KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch sagte, angesichts des Japan-Desasters und der Inflationssorgen durch steigende Energiepreise hätten die konjunkturellen Abwärtsrisiken kurzfristig zwar deutlich zugenommen. Indirekte Bremseffekte seien vor allem denkbar, wenn sich die Nuklearkatastrophe weiter verschärfe und so die Weltwirtschaft als Ganzes deutlich in Mitleidenschaft ziehe: "Noch ist dies aber nur ein Risiko und nicht unser Hauptszenario."

Komme es nicht zu einer weiteren Eskalation, dürften die konjunkturellen Auswirkungen auf Deutschland begrenzt sein. "Dies sehen offenbar auch die Unternehmen so." Selbst wenn das Geschäftsklima in den kommenden Monaten eher nach unten tendiere, dürfte dessen Niveau hoch bleiben und zu einem dynamischen Wirtschaftswachstum beitragen, sagte Irsch: "Wir erwarten für dieses Jahr ein Realwachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,0 Prozent."