Letzter Tag auf der Hannover Messe 2011. Man spürt: Die gute Konjunktur ist auch bei den Unternehmen aus Sachsen-Anhalt angekommen. Und auch die Messegesellschaft zog gestern eine positive Wochenbilanz.

Hannover. Mit Schwung ist die STASSKOL Kolbenstangenverdichtungen GmbH aus Staßfurt nach Hannover gekommen. "Das Jahr 2010 lief sehr gut", berichtet Geschäftsführer Thomas Borchardt. Die Entwicklung habe sich in den ersten Monaten dieses Jahres fortgesetzt.

Überall, wo beispielsweise Gas verdichtet wird, kommen Produkte aus dem Traditionsunternehmen mit mehr als 80-jähriger Geschichte zum Einsatz. Ob Wälzkolben-, Schrauben- oder Turbokompressoren – diese Geräte benötigen Abdichtelemente, die sich dann unter anderem als Kolben- und Führungsringe oder Kolbenstangendichtungen in Dieselmotoren, in chemischen oder in Energieerzeugungsanlagen wiederfinden.

Einem weit gefächerten Produktsortiment, einem breiten Kundenkreis in ganz Europa und der stetigen Profilerweiterung ist es zu verdanken, dass STASSKOL mit seinen 54 Beschäftigten die Wirtschaftskrise "im Prinzip nicht gespürt hat", sagt Borchardt. Ein neues Geschäftsfeld erschließt sich das Unternehmen derzeit im Bereich der erneuerbaren Energien. "Wind-, Wasserkraft und Solarenergie werden zukünftig im Verkehrssektor, bei der Stromerzeugung und im Heizmarkt eine tragende Rolle spielen", so Borchardt. "Unser Beitrag besteht darin, die dort zum Einsatz kommenden Maschinen abzudichten."

Zusätzliche Wachstumsimpulse erhoffen sich die Staßfurter von der Investition in eine neue große Drehmaschine, mit der sie künftig Kolben- und Führungsringe von bis zu einem Meter Durchmesser fertigen können. Zudem hat STASSKOL die Produktion von Kunststoffen für Verschleißteile selbst in die Hand genommen.

Mit einem ebenfalls breiten Produktspektrum im Sonder- und Schwermaschinenbau ist die Prämab GmbH & Co. KG aus Burg nach Hannover gefahren. Im Unternehmen werden unter anderem Komponenten für die Hütten-, Stahl- und Walzwerkstechnik wie Ofenausrüstungen und Walzgerüste, aber auch Turbinengehäuse und Komponenten von Müllverbrennungsanlagen gefertigt – mit oder ohne eigenen Engineering-Anteil.

Die Messegesellschaft Hannover zog gestern ein positive Bilanz der fünf Messetage. Jedes zweite Unternehmen will laut einer Ausstellerumfrage nicht nur mehr im In- und Ausland investieren, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen. Fast zehn Prozent der Aussteller erwarten stark zunehmende Umsätze.

Die sachsen-anhaltischen Aussteller kehren nach einer Umfrage des Wirtschaftsministeriums "mit positiven Eindrücken, neuen Kontakten und gefüllten Auftragsbüchern" von der Hannover Messe zurück. Insbesondere am Gemeinschaftsstand des Landes sei man sich einig gewesen, dass im Vergleich zu den vergangenen Jahren nicht nur die Zahl der Gespräche sondern auch deren Qualität gestiegen sei.

Bei der weltgrößten Industrieschau hatten seit Montag mehr als 6500 Unternehmen aus 65 Ländern ihre Produkte gezeigt. Aus Sachsen-Anhalt waren mehr als 50 Firmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Wirtschaftsfördergesellschaften nach Hannover gekommen.

   

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