Leipzig (dpa). Der Vormarsch der erneuerbaren Energien lässt das Energieunternehmen Mibrag mit Sorge in die eigene Zukunft blicken. Die Frage sei, wie das künftige Energiekonzept der Bundesregierung auch vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Fukushima aussehe, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Joachim Geisler, gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2010. Welche Richtung schlage es ein, wie gelinge der Atomausstieg und wie sei die Zukunft der Braunkohle im Energiemix zu sehen? Nach den bisherigen Planungen werde der Anteil fossiler Energien zugunsten von erneuerbaren Energien und Importen 2050 nur noch marginal sein.

Es sei fraglich, ob der geplante, aber immer noch nicht begonnene Kraftwerksneubau in Profen unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen investiv überhaupt zu verantworten sei. Allerdings muss die Mibrag für ihre alten Kraftwerke für Emissionsrechte zahlen. Allein im vorigen Jahr waren das 21 Millionen Euro.

Die Mibrag (Zeitz) wirtschaftet laut Geisler derzeit auf solidem Fundament. Bei einer im Vergleich zu 2009 nahezu konstanten Förderung von 19,6 Millionen Tonnen Braunkohle machte das Unternehmen 2010 rund 387,1 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 0,6 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag bei 66,3 Millionen Euro und damit um 18 Prozent über dem des Vorjahres. Das Unternehmen profitierte von gestiegenen Kohlepreisen. Die Mibrag hat 2000 Mitarbeiter und rund 150 Auszubildende.