Frankfurt/Main (dapd). Der neue Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat der Wahrung der Geldwertstabilität vorrangige Bedeutung eingeräumt. Bei der Amtsübergabe gestern in Frankfurt am Main bekundete Weidmann damit die Absicht, die strikte Geldpolitik seines Vorgängers Axel Weber fortzusetzen. Zugleich forderte er von der Politik stärkere Bemühungen zur Schuldensenkung.

Weidmann betonte, ein hohes Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit der Notenbank, ihr Primärziel Geldwertstabilität sicherzustellen, sei das zentrale und unverzichtbare Kapital einer Zentralbank. "An diesem Punkt darf es für Notenbanken keine Kompromisse geben." Die Bundesbank habe sich durch ihre konsequente Haltung ein Kapital an Glaubwürdigkeit erarbeitet, was ihr auch bei der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zugutegekommen sei. "Dieses Kapital zu mehren, sehe ich als die vornehmste Verpflichtung eines Bundesbankpräsidenten", sagte Weidmann.