Die Tangerhütter Traditionsgießerei TechnoGuss hat die Folgen der Wirtschaftskrise so gut wie gemeistert. Bei der Gussmenge wird man in diesem Jahr voraussichtlich das Vorkrisenniveau wieder erreichen. Kurzarbeit ist kein Thema mehr.

Tangerhütte. Die TechnoGuss-Gießerei in Tangerhütte blickt wieder vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Nachdem die Gussmenge infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise im vergangenen Jahr auf 8000 Tonnen abgeschmolzen war, geht der Trend nunmehr wieder nach oben. "Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr aufgrund der guten Auftragslage und mit geplanten 12000 Tonnen wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden", sagte Geschäftsführer Rüdiger Schulz im Volksstimme-Gespräch.

Die Kapazität der von der Tonnage her im Mittelfeld der deutschen Rangliste rangierenden Gießerei liegt bei ungefähr 15000 bis 16000 Tonnen Der Auftragsbestand liege bei rund sechs Millionen Euro. Beim Umsatz plant der größte Industriearbeitgeber in der Region nach 17 Millionen Euro im vergangenen Jahr für 2011 mit einem deutlich höheren Volumen von 24 bis 25 Millionen Euro. Für die 170 Beschäftigten gehöre damit das Thema Kurzarbeit der Vergangenheit an.

Spezialisiert ist die 1842 als "Eisenhütten- und Emaillierwerk Tangerhütte" gegründete Gießerei unter anderem auf die Fertigung von bis zu zwölf Tonnen schweren Einzelteilen wie Seiltrommeln für Krane, Getriebegehäuse für Windkraftanlagen und Industriearmaturen. Zu den Kunden im Bereich der Windkraft zählt beispielsweise der Siemens-Konzern, für den TechnoGuss unter anderem Planetenträger und Getriebegehäuse gießt. Liebherr bestellt in Tangerhütte Rohgussteile für Krananlagen. Der Kranbauer Terex aus dem rheinland-pfälzischen Zweibrücken ordert für sein größtes Kranmodell jeweils mehr als fünf Tonnen schwere Seiltrommeln.

Diese Produktpalette baut die Eisengießerei derzeit mit der Anschaffung von zwei sogenannten Kernschießautomaten, die vom Spezialisten Laempe in Meitzendorf bei Magdeburg geliefert werden, gezielt aus. "Dadurch sind wir in der Lage, größere Seiltrommeln schneller zu fertigen und die für die akkurate Seilführung notwendige Rillenführung im Kern zu formen", erläuterte Schulz. Das seit dem Jahr 2002 laufende Investitionsprogramm von 18 Millionen Euro sei damit im Großen und Ganzen abgeschlossen.

Obwohl die Wirtschafts- und Finanzkrise, die entscheidend dafür verantwortlich war, dass die Pläne für den Bau einer komplett neuen Gießerei für Gussteile von bis zu 20 Tonnen Gewicht nicht verwirklicht wurden, für TechnoGuss "im Prinzip abgehakt" ist, werde man den Markt weiter kritisch beobachten, sagte Schulz. Dies gelte beispielsweise für den Nahen Osten, wo aufgrund der anhaltenden politischen Spannungen Armaturenbauer einige große Projekte zwischenzeitlich auf Eis gelegt hätten. Dies strahle auch auf die Gießerei aus.